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Großflächiger Stromausfall in München

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Das Umspannwerk in Bogenhausen vor der Explosion. © SWM

Am Donnerstagmorgen vergangener Woche um Punkt 7 Uhr gab es einen großflächigen Stromausfall in München. Davon betroffen waren rund 450.000 Kunden auch im Osten des Stadtgebiets sowie das U-Bahn- und das Trambahnnetz, Auswirkungen gab es ebenso bei der S-Bahn.

Die Mitarbeiter des SWM-Sicherheitsservices haben nach Auftreten der Störung und erster Analyse sofort begonnen, Stadtbezirk für Stadtbezirk wieder zuzuschalten. Bereits um 7.35 Uhr waren die meisten Stadtbezirke wieder versorgt, um 8 Uhr hatten alle Haushalte in München wieder Strom.

Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung und Technik, erklärte auf einer Pressekonferenz in der SWM-Zentrale: „An erster Stelle steht in einem solchen Fall, dass unsere Kunden schnellstmöglich wieder am Netz sind und die Versorgung stabil ist. Jetzt wird im Detail untersucht werden, was den Stromausfall verursacht hat.“

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Das Umspannwerk in Bogenhausen nach der Explosion. © SWM

Explosion

In der Folge des Stromausfalls kam es auch zu einer Explosion im Umspannwerk Bogenhausen und zu einem Defekt an einem Transformator in Aubing und damit zu Stromausfällen in diesen Stadtteilen. Ebenso betroffen war die Stadt Moosburg, die über das SWM-Stromnetz versorgt wird. Nach Moosburg (10.14 Uhr), konnte auch als letzter Stadtteil München-Aubing (10.20 Uhr) wieder zugeschaltet und die Versorgung sichergestellt werden. 

Aussagen zur Schadensursache können immer noch nicht getroffen werden. Die Schadenstelle konnte jedoch bereits kurz nach dem Stromausfall eingegrenzt werden. Sie befindet sich im Bereich der Schnittstelle einer 110 kV Freileitung der SWM zwischen Unterföhring und Moosburg und einer Schaltstelle von E.ON Netz. Die 110 kV Freileitung wurde sofort vom Netz genommen.

Großflächiger Ausfall

Stephan Schwarz: „Einen derartig großflächigen Stromausfall hat es in München zuletzt vor 20 Jahren, 1992, gegeben. Wir werden jetzt die Schadensursache genau analysieren. Aufgrund der in München hervorragenden Netzqualität und der von den SWM vorgehaltenen Rückfallebenen konnten wir diese Ausnahmesituation auch mit Hilfe des engagierten Einsatzes aller SWM-Fachleute schnell und nachhaltig in den Griff bekommen.“ Die SWM bedauern die durch die Versorgungsunterbrechung entstandenen Beeinträchtigungen.

Feuerwehr

Der Stromausfall sorgte auch bei der Münchner Berufsfeuerwehr für ein erhöhtes Einsatzaufkommen. In der Zeit von 7 bis 9 Uhr wurden von der Integrierten Leitstelle 1000 Notrufe bearbeitet. An einem normalen Tag sind es üblicherweise 200. Von der Feuerwehr wurden circa 50 Einsätze in Zusammenhang mit dem Stromausfall abgearbeitet. Dabei handelte es sich überwiegend um Personen, die in Aufzügen steckengeblieben waren. Des Weiteren waren Fehlauslösungen von Feuermeldeanlagen Ursache für zahlreiche Feuerwehreinsätze.

Als besonders erwähnenswert stuft die Münchner Feuerwehr die Explosion in einem Umspannwerk an der Elektrastraße ein.

Aufgrund der hohen Einsatzzahl wurde Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr ausgerufen. Auch der Stab der Gefahrenabwehrleitung wurde vorsorglich einberufen, da nicht absehbar war, wie sich die Lage entwickeln würde.

U-Bahn und Trambahn

Der großflächige Stromausfall im Münchner Stadtgebiet hat auch den U-Bahn- und Tramverkehr zeitweise zum Erliegen gebracht. Als die Energieversorgung in München gegen 7 Uhr teilweise ausblieb, standen zunächst sämtliche Züge still, weil es keinen Fahrstrom mehr gab. Gegen 7.30 Uhr konnten die ersten Streckenabschnitte – anfangs noch mit Unterbrechungen – wieder mit Strom versorgt werden. Dies waren bei der Tram Teile der Linien 17, 18 und 19, die U5 zwischen Laimer Platz und Ostbahnhof sowie Teile der U 3/U 6. Die anderen Streckenabschnitte gingen bis etwa 8 Uhr nach und nach wieder ans Netz. Bis circa 9 Uhr konnte der U-Bahn- und Tramverkehr wieder weitgehend stabilisiert und ein regelmäßiger Betrieb angeboten werden.

Im MVG-Betriebszentrum gingen während des Stromausfalls Dutzende Notrufe ein, die mit oberster Priorität bearbeitet wurden.

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