Keine Ausweitung der Partyzone

BA bleibt bei Sperrzeiten hart

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Ein Clubbetreiber des Optimolgeländes wollte längere Öffnungszeiten – der Bezirksausschuss aber war dagegen.

Auf dem Party-Gebiet der Optimolwerke hinter dem Ostbahnhof soll es keine Party-Ausweitung geben. Erwartungsgemäß lehnte der örtliche Bezirksausschuss Berg am Laim das neuerliche Begehren eines Betreibers ab, die Sperrzeit für sein Lokal aufzuheben. Das Gremium teilte negative Einschätzungen vonseiten der Bezirksinspektion, des Umwelt-Referates und der Polizei.

Der Geschäftsführer der Diskothek Bullit war selbst zur BA-Sitzung gekommen, um wortreich wie vergeblich für sein Betreiber-Modell zu werben. „Unser Betrieb ist eine wichtige Auftrittsplattform für junge und engagierte Nachwuchskünstler und Heimat für bekannte Künstler gleichermaßen“, sah der Betreiber einen wichtigen kulturellen Aspekt bisher zu wenig beleuchtet. Zudem werde in seinem Betrieb regelmäßig auch für die Schwachen der Gesellschaft gesammelt, verlieh er seinem Tanzclub ein fast karitativ anmutendes Outfit. Mit der aktuellen Sperrzeitenregelung auf dem Optimolgelände würden die meisten dortigen Betriebe gegenüber den Feiermeilen der Innnenstadt nicht nur klar benachteiligt. Sollte die Sperrzeit-Schranke nicht fallen, müsse er wohl seinen Laden schließen. 35 Menschen würden dann ihren Arbeitsplatz verlieren. Als Kompromiss schlug der Betreiber vor, eine Sperrfristaufhebung zunächst auf eine vierwöchige Probephase zu beschränken.

Auch diesem Ansinnen erteilte der BA eine klare Absage. „Wir können und wollen hier keinen Präzedenzfall schaffen“, waren sich Kulzer und CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald einig. Klar ablehnend hatten zuvor auch die Expertisen der Behörden gelautet. Die örtliche Polizeiinspektion etwa fürchtet mit einer Aufweichung der Sperrzeiten ein „Feiern rund um die Uhr“. Zudem sei das Optimolgelände im Vergleich zur benachbarten Kultfabrik ohnehin „negativ auffällig“, lautete die Ergänzung vonseiten des Polizei-Präsidiums München. An Deutlichkeit nichts schuldig blieb auch die Bezirksinspektion in ihrer Einschätzung. „Das Bullitt muss erst wieder eine gewisse Routine darin entwickeln, Regeln einzuhalten. Vorher ist eine positive Stellungnahme seitens der BI-Ost nicht möglich“, bezog sich die Behörde im Fazit auf frühere Abmahnungen gegenüber dem Club. „Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht bestehen unverändert erhebliche Bedenken gegen eine Sperrzeitaufhebung beim Club Bullitt“, schreibt das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt mit Blick auf ein weiterhin erhöhtes Besucheraufkommen im Falle einer Sperrzeitkappung.

Dem Bullitt-Betreiber nutzte am Ende im BA auch die Einschätzung nicht, bei den Behörden seien dunkle Mächte am Walten, die dem Betrieb negativ gesonnen seien. Das Gremium stimmte einmütig gegen das Begehren.

Harald Hettich

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