Pfarrgemeinde Verklärung Christi sagt „Danke“

Abschied von Pfarrer Otto Wiegele

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Mit einem Festgottesdienst hat die Pfarrgemeinde Verklärung Christi Ramersdorf ihren beliebten Pfarrer Otto Wiegele in den Ruhestand verabschiedet.

Mit einem festlichen Gottesdienst ist vergangenen Sonntag Pfarrer Otto Wiegele in der Gemeinde Verklärung Christi verabschiedet worden. Der Seelsorger geht nach knapp 20 Jahren in der Ramersdorfer Pfarrei in den wohlverdienten Ruhestand. Ein echter Verlust für den Stadtbezirk.

„Ich freue mich auf den Ruhestand, in dem ich nicht mehr so sehr als verantwortlicher Amtsträger im Blickpunkt stehe, sondern als Otto Wiegele dastehe.“ Im aktuellen Pfarrbrief der Gemeinde Verklärung Christi versucht Wiegele seine Entscheidung für den Abschied zu erklären. Am 1. September 1993 war er zum Pfarrer von Verklärung Christi (VC) in Ramersdorf bestellt worden. seine Laufbahn zum Priester hat verhältnismäßig früh angefangen: Als Ministrant in der zweiten Klasse. Das „Kirchliche“ lag in der Familie. Sein Onkel mütterlicherseits war Mesner in der Pfarrei Heilig Kreuz in Giesing; ein Onkel väterlicherseits wurde 1951 im Freisinger Dom zum Priester geweiht. Der kleine Otto ganz vorne im Chorgestühl dabei.


So kam irgendwann der Wunsch auf, Priester zu werden. Die Eltern reagierten skeptisch, versuchten erst, ihm diese Idee auszureden, nahmen den Wunsch dann aber doch ernst. Der Älteste unter mehreren Geschwistern kam nach Scheyern ins Internat der Benediktiner, wo er bis zum Abitur blieb. Es schloss sich 1962 das Theologiestudium in Freising an. 


Im Juni 1969 wurde Otto Wiegele im Dom zu Freising zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanzeit in München-Moosach, Fürstenfeldbruck und Emmering sowie als Jugendpfarrer in den Landkreisen Freising und Miesbach war er vier Jahre Pfarrer in Agatharied und kam anschließend nach Erdweg. Von 1982 bis 1993 war er dort Leiter des Pfarrverbandes. Danach ging es nach Ramersdorf zu VC. Ab 1996 fungierte Wiegele außerdem als Dekan. Zum Dekanat München-Perlach gehören neben den Pfarreien im 16. Stadtbezirk auch die Gemeinde Neubiberg.


Er wünsche sich manchmal, sein Lebenslauf wäre nicht so ohne alle Umwege verlaufen, erklärte Wiegele einmal in einem Artikel. Ein größeres Freiheits- und Erlebensfeld hätte ihm vielleicht ganz gut getan. Es ist sicher diese selbstkritische Reflexion, die Otto Wiegele zu einem besonderen und äußerst angenehmen Ansprechpartner gemacht haben – als Pfarrer, aber auch vor allem als Mensch. Einem, mit dem man auch über kritische Themen offen reden konnte und der durchaus frei geantwortet hat.


Eine Einschätzung, die von vielen Angehörigen der Pfarrei geteilt wird. Geschätzt werden seine menschliche Art und sein offenes Ohr, sein ausgeprägtes seelsorgerisches Gespür für Sorgen und Nöte, seine kollegiale und nachsichtige Art, die Raum für Eigenständigkeit und Kreativität gelassen haben. Er versuche nie den „hochwürdigen Herrn“ zu spielen, er stehe zu seinen menschlichen Schwächen, er vertusche sie nicht und schiebe die Schuld nicht auf andere. „Kurz, er ist authentisch – eine wichtige Charaktereigenschaft in dieser Zeit.“ 


Anfang September geht der beliebte Pfarrer offiziell in den Ruhestand. Zusammen mit seiner Haushälterin Walburga Hipper zieht Otto Wiegele in das alte Pfarrhaus von Putzbrunn. Dort gebe es keinen eigenen Pfarrer mehr, deshalb werde er sicher so manche Gottesdienstvertretung übernehmen und bei Bedarf auch seelsorgerische Gespräche führen. Er sei neugierig auf das, was der Ruhestand bringe. „Einiges habe ich geplant, anderes wird sich ergeben.“

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