Bühne frei für Fußgänger

Petition gestartet: Der Gärtnerplatz soll künftig autofrei werden

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Der ganze Gärtnerplatz den Fußgängern! Wie? Audrey Nickel hat einen Plan.

Eine Fußgängerzone am Gärtnerplatz: Wo sich heute noch Autos, Lieferverkehr und Linienbusse ihren Weg bahnen, sollen Münchner künftig entspannt bummeln - Wie? Das weiß Audrey Nickel

Die nördliche Häfte des Rondells wird begrünt, Anliegerstraßen werden zu Sackgassen und Menschen flanieren ohne Stress: Der ganze Gärtnerplatz soll zur Fußgängerzone werden, wenn es nach Audrey Nickel (38) geht. Die Vision der Münchnerin: Statt Fahrzeugen sollen sich dort bald Fußgänger auf den Straßen tummeln. Deshalb hat die Anwältin mit schon bald drei Kindern eine Unterschriftensammlung gestartet. „Ich nehme als Mutter vielleicht den Verkehr anders wahr. Die Situation jetzt macht allen schlechte Stimmung. Da wollte ich etwas tun.“ 

Ein ehrgeiziges Vorhaben, denn der Gärtnerplatz als pulsierendes Herz des Viertels, nur einen Katzensprung vom Viktualienmarkt entfernt, verbindet sternförmig sechs Straßen, auf denen sich zwei Metro-Buslinien, viel Lieferverkehr, die großen Bühnenlaster des nahen Theaters und Schulbusse zweier Schulen den Platz streitig machen. „Nicht nur für Kinder eine oft gefährliche Situation“, weiß Nickel. Aus ihrer ersten Idee ist ein konkreter Plan geworden, den sie gerne schon 2019 umgesetzt sehen würde: „Vorbilder wie Berlin und Barcelona machen vor, wie einzelne Straßen in Wohnvierteln zu Fußgängerzonen umgestaltet wurden.“ 

Sie hat ein Konzept entworfen, was schrittweise verändert werden soll: Erst soll die Fahrbahn rund um den Gärtnerplatz, dann die Reichenbachstraße für den privaten Autoverkehr gesperrt werden, die Reichenbachbrücke in den Sommermonaten ganz autofrei bleiben. Zebrastreifen hat Nickel vorgesehen, Grünflächen ebenso. Sie hat alles online gestellt und innerhalb von fünf Tagen über hundert Mitstreiter gefunden. 

Bezirksausschuss-Chef Alexander Miklosy freut sich über aktive Bürger.

Bezirksausschuss-Chef Alexander Miklosy freut sich über aktive Bürger: „Ich halte die Zielsetzung, Gesundheit, Nachbarschaft und Lebensqualität zu verbessern für absolut unterstützenswert. Nur das wie wird wohl zu erhöhtem Diskussionsbedarf führen. Es gab schon Anwohnerbefragungen, ob der Platz grundlegend mehr Freiraum für Fußgänger bieten soll. Die meisten befürworteten den Ist-Zustand.“ Früher oder später müsse aber ein Umdenken bei der Nutzung des öffentlichen Raums erfolgen. 

Thorsten Vogel vom Planungsreferat verweist auf den jüngsten Antrag der CSU und SPD-Stadtratsfraktionen, in Münchens Innenstadt „Sommerstraßen“ nach Kopenhagener Vorbild zu gestalten: „Da werden Straßen temporär zu Fußgängerzonen.“ Etwa auch der Gärtnerplatz? „Das muss man sehr genau prüfen. Die Situation mit den Bussen, Schulen, dem Lieferverkehr – auch für das Gärtnerplatztheater, da ist eine Straßensperrung schwierig.“ mjh

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