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Zenta Kascherus aus Haar feierte ihren 100. Geburtstag

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Zenta Kascherus wollte 100 Jahre alt werden. Dieses Ziel hat die Haarer Seniorin nun erreicht, wozu ihr Klaus Stierstorfer, Hausleiter im Maria-Stadler-Haus, Pflegedienstleiter Peter Reitberger, Bürgermeisterin Gabriele Müller und Tochter Hannelore Deutlmoser (v.l.) herzlich gratulierten.
Zenta Kascherus wollte 100 Jahre alt werden. Dieses Ziel hat die Haarer Seniorin nun erreicht, wozu ihr Klaus Stierstorfer, Hausleiter im Maria-Stadler-Haus, Pflegedienstleiter Peter Reitberger, Bürgermeisterin Gabriele Müller und Tochter Hannelore Deutlmoser (v.l.) herzlich gratulierten. © oh

Über 90 Jahre ist es her, dass Zenta Kascherus eine Entscheidung getroffen hat. Als sie im Kindesalter schwer krank war und ihr der Arzt nur noch drei Tage zu leben gab, fragte ihre Mutter die Kleine, Ob sie „a Engerl wern wui“. Die Antwort war ganz klar: „Nein! Des will i ned!“ Jetzt feierte Zenta Kascherus ihren 100. Geburtstag.

Am 8. Mai 1917, mitten während des Ersten Weltkriegs, erblickte Zenta Kascherus in Landshut das Licht der Welt. Ihr Leben stand zu Beginn unter keinem guten Stern: Mit acht Jahren kämpfte sie sich gegen eine schwere Krankheit im Schwabinger Krankenhaus zurück ins Leben. Mit Erfolg.

Mit 17 Jahren zog sie weg aus ihrer niederbayerischen Heimat in die Landeshauptstadt. Doch dann kam schon der nächste Krieg und die Familie wurde nach Pastetten evakuiert. Ganz hat Zenta Kascherus ihre Heimat aber nicht losgelassen und so ging sie nach Kriegsende 1945 zurück in ihr Heimatdorf Mirskofen – damals dann schon mit ihrer kleinen Tochter Hannelore, deren Vater noch in Kriegsgefangenschaft war.

Hannelore Deutlmoser erinnert sich gerne an die Kindheit bei ihrer Mama – obwohl die immer fleißig gearbeitet habe, in Keks- und Kartonagenfabriken oder in der Poststelle einer Schmuckfirma. Eigentlich wäre die Mutter gerne Schneiderin geworden – aber für eine solche Ausbildung hat es zur damaligen Zeit einfach nicht gereicht, erklärt Tochter Hannelore. Das habe Zenta Kascherus ihren ausgesprochenen Spaß am Leben aber nicht verdorben: „Meine Mama hatte schon immer einen sehr trockenen Humor und Sprüche auf Lager, die bis heute alle unterhalten“, berichtet Hannelore. Mittlerweile sind es die Schwestern und Pfleger im Haarer Maria-Stadler-Haus, die sich an der lustigen Art der alten Dame erfreuen dürfen.

Schon seit den 90er Jahren lebt Zenta Kascherus in Haar. Sie ist ihrer einzigen Tochter hinterhergezogen, die die Liebe 1970 in die Landkreisgemeinde verschlagen hat. Als Zenta Kascherus Ehemann Ende 2014 verstarb, zog die Witwe ins Seniorenheim. Dort fühlt sie sich wohl, auch wenn sie manchmal sagt, dass hier ja „nix los is. Lauter alte Frauen“! Dabei ist Zenta Kascherus mit ihren 100 Jahren eine der drei ältesten Bewohnerinnen im Maria-Stadler-Haus! Hannelore Deutlmoser besucht ihre Mutter täglich, sie drehen jeden Tag ihre Runden – mal mit dem Rollstuhl, an guten Tagen geht Zenta Kascherus noch selbst mit dem Rollator. Besonders gute Tage hat die Jubilarin, wenn die Enkel und Urenkel vor der Tür stehen. 

Beim Jahrhundert-Geburtstag waren nun viele Gratulanten anwesend. Und die Jubilarin war in bester Stimmung. Kein Wunder – ist doch ihr langgehegter Plan aufgegangen: „Meine Mama hat schon immer gesagt, zu uns und ihren Enkelkindern, dass wir ihr die Daumen halten sollen. Denn sie will 100 werden!“

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