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Zahlreiche Waldbrände, hoher Sachschaden

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Wegen der räumlichen und zeitlichen Nähe der Brände geht die Polizei von Brandstiftung aus. Am vergangenen Wochenende kamen die Feuerwehren aus dem Münchner Osten gar nicht mehr zur Ruhe. Immer wieder standen Waldstücke in Flammen.
Wegen der räumlichen und zeitlichen Nähe der Brände geht die Polizei von Brandstiftung aus. Am vergangenen Wochenende kamen die Feuerwehren aus dem Münchner Osten gar nicht mehr zur Ruhe. Immer wieder standen Waldstücke in Flammen. © Feuerwehr Harthausen

Insgesamt acht Waldbrände hat es in den vergangenen zehn Tagen im Münchner Osten zwischen Perlach, Trudering und Grasbrunn gegeben. Die Münchner Polizei geht inzwischen von Brand- stiftung aus.

Polizei, Freiwillige und Berufs-Feuerwehren im Münchner Osten kommen gar nicht mehr zur Ruhe. Erst steht am Samstag ein Waldstück zwischen Keferloh und Grasbrunn in Flammen, kurz darauf brennt es in Waldperlach, danach noch in Waldtrudering. Am Sonntag erneut zwei Waldbrände im Perlacher-/Truderinger Wald. Schon am Wochenende davor hatte es in dem Gebiet bereits zweimal gebrannt. Am Montag heulen erneut die Sirenen der Feuerwehr. Dort, wo es am Samstag in Keferloh bereits gebrannt hat, schlagen wieder Flammen hoch (siehe Artikel unten).

Wegen der räumlichen und zeitlichen Nähe der Brände geht man bei der Polizei von Brandstiftung aus. „Konkrete Indizien gibt es dafür noch keine“, so Polizeisprecher Sven Müller, „aber alle Brände im nahen Umkreis und alle am Wochenende, da liegt Brandstiftung auf der Hand.“ Die Brandfahnder der Münchner Kriminalpolizei hatten bereits nach dem ersten Brand die Ermittlungen aufgenommen. Ob an den Brandherden etwas gefunden wurde oder man bereits erste Hinweise hat, gibt die Polizei nicht preis.

Doch sie bittet um Mithilfe die Bevölkerung um Mithilfe. Wer hat Wahrnehmungen gemacht, die mit den Bränden in den Waldgebieten im Zusammenhang stehen könnten. Wer einen Hinweis geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 2910-0 zu melden. In dringenden Fällen kann man seine Hinweise auch unter der Notrufnummer 110 geben.

Die Polizei wirft nun ein besonders wachsames Auge auf das Gebiet, außerdem ist die Reiterstaffel verstärkt unterwegs. Beim jüngsten Brand bei Grasbrunn/Keferloh haben die Beamten sofort nach verdächtigen Personen im Umfeld gefahndet. Die Suche blieb allerdings erfolglos.

Abgesehen davon warnen Polizei und Feuerwehr eindringlich wegen der derzeit trockenen Witterung vor der latent vorhandenen Waldbrandgefahr. Achtlose weggeworfene Zigarettenkippen bzw. Zigarettenglut, sowie Flaschen oder Scherben können einen Waldbrand verursachen. Wer einen Waldbrand entdeckt, alarmiert bitte sofort unter der Rufnummer 112 die Feuerwehr. Die Menschen soll besonders aufpassen und sich nicht in Gefahr bringen, bittet die Polizei. 

Carmen Ick-Dietl

Chronologie: Zehn Tage, acht Brände

• Am 1. April entdecken Spaziergänger gegen Mittag Rauchentwicklungen im Wald an der Putzbrunner Straße. Es handelte sich um einen Waldbodenbrand im Bereich einer Neuanpflanzung hinter dem Sportplatz, der durch die Feuerwehr gelöscht werden kann. 

• Einen Tag später gibt es bei der Feuerwehr die Meldung, dass auf der Putzbrunner Straße Rauchschwaden festgestellt wurden. Nach längerer Suche findet man die Brandstelle im Wald zwischen Gerstäcker- und Putzbrunner Straße. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, das Feuer hat sich auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern ausgebreitet. Die Einsatzkräfte haben es nach einer halben Stunde unter Kontrolle, brauchen aber nochmal zwei Stunden, um alle Glutnester zu löschen.

• Am vergangenen Samstag gegen 12 Uhr brennt im Bereich Keferloh/Grasbrunn eine Freifläche von rund 20.000 Quadratmetern mit hohem trockenem Gras und eine junge Anpflanzung von Lärchen. Die Flammen drohen an den Rändern in den Jungwald hineinzulaufen. Die Einsatzkräfte richten einen Pendelverkehr mit Tankwagen der Feuerwehr und der Landwirte in der Umgebung zur Wasserstelle beim Gut Keferloh ein. Allein die Ottobrunner Feuerwehr transportiert so 28.000 Liter Wasser! Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz, um eventuelle Glutnester ausfindig zu machen. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 10.000 Euro geschätzt.

•  Nur eine halbe Stunde später ein neuer Alarm. Diesmal brennen in Nähe des Friedrich-Panzer-Wegs in Waldperlach rund 10.000 Quadratmeter auf einer Junganpflanzung. Sachschaden: rund 5000 Euro. Nach Angaben der Polizei haben Anwohner bereits in den Tagen zuvor Rauch in diesem Bereich aufsteigen sehen.

•  Am Samstagabend heulen erneut die Sirenen. Kurz vor 20 Uhr steht eine zirka zehn Quadratmeter große, kreisförmige Waldfläche am Schwedenstein in Waldtrudering in Flammen. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr haben sich bereits etwa 120 Quadratmeter Waldboden in Brand gesetzt und müssen gelöscht werden. 

• Am Sonntagmittag brennt ein Waldstück im Bereich der Putzbrunner Straße/ Im Gefilde in Perlach auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern.

• Am späten Sonntagnachmittag brennt am Alexisweg beziehungsweise Friedrich-Creuzer-Weg im Perlacher-/Truderinger Wald eine Wald- und Wiesenfläche von zirka 200 Quadratmetern. 50 Einsatzkräfte brauchen rund drei Stunden zur Brandbekämpfung. Ums Eck in der Ger- stäckerstraße brennt zudem eine Fläche von 15 Quadratmetern. Die Feuerwehr kann auch diesen Brand löschen.

• Am Montagmittag brennt es wieder in Grasbrunn/Keferloh, fast an derselben Stelle, wo es am Samstag bereits gebrannt hat. Wieder steht ein Teil des Jungwaldes in Flammen, knapp 11.000 Quadratmeter werden zerstört.

ick

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