1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost

Duschen auf eigene Gefahr

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
In diesen Wohnhäusern in Haar gab es zuletzt mehrmals Probleme mit der Sauberkeit des Trinkwassers, in den Leitungen wurden Legionellenverkeimungen festgestellt. Legionellen können bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine gefährliche Lungenentzündung, die Legionärskrankheit, auslösen, die im Extremfall tödlich endet. © zip

Das Wasser in einem Haarer Mietshaus ist  mit Legionellen kontaminiert. Die Bewohner fürchten um ihre Gesundheit. Von den Behörden und der Hausverwaltung fühlen sie sich im Stich gelassen. Die Hausverwaltung dagegen betont, ihr Möglichstes zu tun, um das Problem endlich in den Griff zu bekommen.

Die tägliche Dusche am Morgen ist für die allermeisten eine Selbstverständlichkeit. Zum Luxus wird sie allerdings für diejenigen, die schon einmal auf sie verzichten mussten.

Weil in einer Wohnanlage am Haarer Wieselweg im vergangenen Sommer eine Legionellenkontamination festgestellt wurde, verhängten die Behörden von August bis Oktober ein Duschverbot. Auch die jüngste Untersuchung des Trinkwassers wies erneut eine laut Hausverwaltung „extrem hohe Kontamination“ aus, so dass derzeit wieder ein Duschverbot gilt. Doch nicht nur Legionellen fanden sich in den Wasserleitungen am Wieselweg 8-12. Auch Schwermetalle wurden gemessen, weshalb auch die Warnung an die Bewohner erging, ihr Leitungswasser auf keinen Fall zu trinken.

„Jetzt reicht‘s“, sagten sich daher einige der Hausbewohner und wandten sich – aus Sorge um ihre Gesundheit – vor einigen Tagen an den Landtagsabgeordneten Peter Paul Gantzer (SPD). „Ich war entsetzt“, sagt Gantzer über das Gespräch und erklärt: „Das geht einfach gar nicht!“

Aus diesem Grund wollte er das Problem nun auch „gleich ganz hoch hängen“: Er verfasste eine offizielle schriftliche Anfrage an die Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Konkret will Gantzer darin unter anderem wissen, wie hoch die Messergebnisse bezüglich der Legionellen und Schwermetalle im Vergleich zu normalen Werten in den fraglichen Häusern waren und ob es sein könne, dass die Hausverwaltung diese Ergebnisse nicht bekanntgeben muss. Laut Gantzer beruft sich nämlich die HV Immobilien GmbH, welche die Anwesen verwaltet, auf den Datenschutz und verschleiere so bewusst das wahre Ausmaß der Probleme an den Wasserleitungen.

Diesen Vorwurf will das Münchner Unternehmen nicht auf sich sitzen lassen. „Den Behörden werden die Werte gemäß den gesetzlichen Vorschriften nach den Untersuchungen unaufgefordert übersandt“, betont Vanessa Andres von der HV Immobilien-Management GmbH. Darüber hinaus habe sich die Schwermetallbelastung „aufgrund der durchgeführten Maßnahmen bereits verringert“. Andres zufolge sei unter anderem ein Fachmann mit der Erstellung einer Gefährdungsanalyse beauftragt worden, es habe eine chemische Reinigung der Leitungen gegeben und die Oberteile der thermischen Zirkulationsventile seien ausgetauscht worden. Der Vorwurf einiger Bewohner, untätig zu sein, ist Andres zufolge daher „unberechtigt und aus der Luft gegriffen“. Die berechtigte Frage der Hausbewohner, wann ihr Leitungswasser endlich sauber ist, kann indes niemand beantworten.

zip

Auch interessant

Kommentare