1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost

Vorstellung eines etwas anderen Geschichtsbuches in Vaterstetten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

„Die letzten und die ersten Tage. Amerikaner und Bayern begegnen sich – Ein Geschichtsbuch von Schülern für Schüler“ lautet der Titel der 72-seitigen Broschüre, die vor Kurzem am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten vorgestellt wurde.

Ein halbes Jahr Arbeit investierten fast 120 Schüler und Schülerinnen der Klassen 9a, 9c und 9d des Humboldt-Gymnasiums Vaterstetten sowie die Klasse 9c der Staatlichen Realschule Vaterstetten. Ihre Recherchen führten die Schüler ins Erzbistum München und Freising, in die Bayerische Staatsbibliothek, das Bayerische Hauptstaatsarchiv, das Staatsarchiv München, an die Bayerische Akademie der Wissenschaften und in das Historicum der LMU-München. Entstanden ist ein Geschichtsbuch der etwas anderen Art. Ein Geschichtsbuch, das von Schülern für Schüler geschrieben wurde, ergänzt durch einführende Kapitel von Lehrern, Archivaren und Professoren, das nicht nur als Unterrichtsmaterial dient, sondern auch zur weiteren Beschäftigung mit der „Umbruchsphase am Ende des Zweiten Weltkrieges und der gegenseitigen Wahrnehmung von Besiegten und US-Besatzern“ anregt. Die Denkwerkprojekte, in deren Rahmen das Geschichtsbuch entstand, werden von der Robert Bosch-Stiftung gefördert. „Eine gute Stiftung stiftet an und gibt Freiräume“, zeigte sich Professor Dr. Ferdinand Kramer des Instituts für Bayerische Geschichte und wissenschaftlicher Begleiter des Projekts begeistert. Grundlegende Idee ist die „Vernetzung von Schule und Wissenschaft“. Die Projekte sollen eine „Ergänzung zum Unterricht sein und ihn nicht ersetzen“, betont auch Louise Baker von der Robert Bosch-Stiftung. Zudem werde man durch das G 8 in Zukunft wesentlich jüngere Studenten haben, so dass eine frühzeitige Heranführung an wissenschaftliches Arbeiten immer wichtiger werde. Aber auch für die Forschung war dieses Denkwerkprojekt „fruchtbar“: Die Schüler haben Quellen entdeckt, „die für uns hochinteressant sind“, lobt Kramer den engagierten Einsatz der jugendlichen Forscher und Autoren. Mehrere ergiebige Quellen angezapft Als Quellen dienten die Kriegs- und Einmarschberichte der bayerischen Pfarrer und die Akten der amerikanischen Militärbehörde des Landkreises Ebersberg, die nach ihrer Erscheinungsweise in War Diaries, Monthly Reports oder Annual Reports unterschieden werden. Dabei bestand die große Herausforderung für die Schüler darin, dass sperrige Verwaltungsenglisch in verständliches Deutsch zu übersetzen. Viele weitere wichtige und interessante Informationen erhielten die Schüler aus der Befragung eines Zeitzeugen. Und auch für sie persönlich war die Begegnung lehrreich: Plötzlich hatten sie ein Gesicht und eine persönliche Beziehung zu einer Zeit, die sie nur aus Geschichtsbüchern kennen und die doch eigentlich schon lange vorbei und bei den meisten irgendwie vergessen ist. Das Projekt ist noch nicht am Ende Mit der Fertigstellung und Veröffentlichung ihres Geschichtsbuches ist das Denkwerkprojekt noch lange nicht abgeschlossen. Mit Unterstützung des Hauses der Bayerischen Geschichte erarbeiten Schüler der Realschule Wasserburg, des Gymnasiums Bad Aibling, des Gymnasiums Traunstein sowie des Gymnasiums Vaterstetten eine Wanderausstellung zur Besatzungszeit in den Landkreisen, die ab Oktober des nächsten Jahres in den beteiligten Schulen zu sehen sein wird. – KF –

Auch interessant

Kommentare