„Vielleicht kommen schwere Zeiten …“

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zeigt das Junge Schauspielensemble München das preisgekrönten Stück „Mala und Edek – Eine Geschichte in Auschwitz“. Foto: privat

Auch im Kleinen Theater in Haar ist die Weihnachtspause vorbei. Die Theatersaison begann am vergangenen Wochenende mit der Komödie „Die Möwe“ von Anton Tschechow. Weiter geht es am Samstag mit einem Winterflohmarkt und dann mit Geschichtstheater der besonderen Art.

Der Januar lädt dann auch dazu ein, am Winterflohmarkt des Vereins Regenbogen e.V. im Kleinen Theater am Samstag, 22. Januar, von 9 bis 14 Uhr nicht mehr benötigte Dinge des täglichen Lebens zu verkaufen oder aber das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Und das im schönen Theatersaal, trocken, warm und mit gastronomischer Versorgung. Die Tische sind längst ausverkauft, für entsprechendes Angebot sollte also gesorgt sein. Eine Geschichte aus Auschwitz Im Vorfeld des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) spielt das Junge Schauspielensemble München dann wieder das preisgekrönte Stück „Mala und Edek – Eine Geschichte in Auschwitz“ auf der Bühne des Kleinen Theters. Aufführungen finden am Mittwoch, 26. Januar, um 20 Uhr, am Donnerstag, 27. Januar, um 11 Uhr (Schulvorstellung) und am Freitag, 28. Januar, um 11 Uhr (Schulvorstellung) sowie um 20 Uhr statt. Im Mittelpunkt des Dramas von Mark O’Connor (Deutsch von Dorothea Renckhoff) stehen zwei junge Menschen. Sie ist Mitte 20, schön und hilfsbereit. Sie besitzt die Fähigkeit, das Gute in den Menschen zu sehen. Er ist Anfang 20, gut aussehend, groß und kräftig. Er ist von ausgeprägter Charakterstärke. Die beiden begegnen sich und verlieben sich. Ihre Liebe könnte eine ganz gewöhnliche sein. Wären sie nur am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Nur: Mala Zimetbaum ist eine polnische Jüdin. Er ist Edek Galinski, ein Pole, beide sind Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und keine erfundenen Figuren. „Vielleicht kommen schwere Zeiten, aber auch die werden überstanden werden“ Am Donnerstag, 27. Januar, dem offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, lädt das Junge Schauspiel Ensemble München zudem zu einer außergewöhnlichen Lesung ein. Unter dem Motto „Worte können das ja kaum verständlich machen“ liest Michael Stacheder aus Briefen von Hermann Samter. Der jüdische Journalist Samter lebte in Berlin und war bis zu seiner Deportation nach Auschwitz im Jahr 1943 – wo er und seine Frau Lilli ermordet wurden – für das „Jüdische Nachrichtenblatt“ tätig. In dieser Funktion dürfte er zu den bestinformierten Berliner Juden gezählt haben. Seine überlieferten Briefe aus der Zeit zwischen 1939 und 1943 sind ein beeindruckendes alltagsgeschichtliches Zeugnis. Hermann Samter berichtet in seinen Briefen, die überwiegend per Boten (und damit unzensiert) an eine im thüringischen Eichsfeld lebende ehemalige Hausangestellte und seine in London lebende Schwester gerichtet sind, von den alltäglichen Repressionen, von der stets allgegenwärtigen Gefahr der Deportation in den Osten und von seiner persönlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Lage: „Macht Euch keine Sorgen um uns. Denn erstens hilft es nichts, und zweitens tun wir es auch nicht. Vielleicht kommen schwere Zeiten, aber auch die werden überstanden werden.“ (25.8.1939). Das Kleine Theater bietet für die Aufführung von „Mala und Edek“ und die Lesung ein Kombipaket an: Wer die Vorstellung besucht, erhält auf die Lesung 50 Prozent Ermäßigung und kann zudem das Bühnenbild von zwei Seiten kennenlernen: als Zuschauer vor der Bühne und als Zuhörer auf der Bühne. Denn das Besondere an der Lesung ist, dass sie im Bühnenbild von „Mala und Edek – Eine Geschichte in Auschwitz“ – stattfindet. Karten für alle Veranstaltungen können im Internet (www.kleines-theater-haar.de) oder telefonisch unter 089/890 56 98 13 reserviert werden. Die reservierten Karten werden zugeschickt oder können jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr im Büro des Kleinen Theaters (Casinostraße 75, Zugang über Leibstraße 72) abgeholt werden.

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