Wie viel Windkraft für Vaterstetten?

Gas geben und endlich Taten folgen lassen – das fordert die Vaterstettener SPD in Sachen Windkraft. Nicht verwunderlich, dass die Debatte hierüber zu den Highlights der letzten Gemeinderatssitzung in Vaterstetten zählte.

Die Wogen vom Vorabend (siehe Artikel zum Bauausschuss) hatten sich zur Gemeinderatssitzung deutlich gelegt. Auf der Tagesordnung standen langfristigere und weit in die Zukunft reichende Themen, darunter auch der landkreisweite „Tabellenführer“ Windenergie. Dass die sich nicht vermeiden lassen wird, sollte mittlerweile jeder verstanden haben. Dass aber gerade die Gemeinde Vaterstetten zu den Hauptansiedlungsgebieten zählen könnte, während es im übrigen Raum Ebersberg momentan nicht nach „Verspargelung“ aussieht, lässt so manche Skepsis in der Großgemeinde aufkommen. In ganz Bayern sind 1500 Windräder angedacht, im Landkreis Ebersberg bis zu 20, allein 17 mögliche und „konfliktarme“ Standorte finden sich im Gemeindegebiet Vaterstetten. CSU-Fraktionschef Michael Niebler findet dies nicht fair. Andererseits gab er aber auch seiner Freude Ausdruck, dass immerhin alle Landkreisgemeinden entsprechende Flächennutzungspläne aufstellen wollen. Das erinnere an das Vorbild Starnberg, wobei man sich dort Landkreis-weit auf zehn Anlagen beschränken will. Streit um kleine, aber feine Details Anfang Dezember letzten Jahres war für Vaterstetten ein „Beschlussvorschlag zur Aufstellung des sachlichen Teilflächennutzungsplanes für Konzentrationszonen Windkraft'“ erstellt worden. Die SPD wollte in der ersten Gemeinderatssatssitzung im neuen Jahr eine Ergänzung durchsetzen. Letztlich geht es zwar nur um Details in der Formulierung, doch die machen den kleinen, aber feinen Unterschied aus: Nicht die Errichtung von ca. drei Windenergieanlagen soll innerhalb der Gemeindegrenzen befürwortet werden, sondern mindestens so viele. Im Entwurf heißt es: „...erklärt der Gemeinderat, dass er grundsätzlich die Ausweisung (…) befürwortet.“ Die SPD wünschte, das Wort „grundsätzlich“ ersatzlos zu streichen. Denn das könnte auch bedeuten: Letztlich dann eben doch nicht. Wie etwa bei Rauchern, die grundsätzlich gerne ihre Sucht beenden würden, Taten folgen dann aber doch nicht. Die CSU wollte diese Änderung im Beschlusstext nicht, ebenso wenig den SPD-Vorschlag, das Wort „zeitnah“ dort in den Passus einzufügen, wo die Ausweisung von Konzentrationsflächen angesprochen wird. Begründet wurde dies von Seiten der Mehrheitsfraktion mit der für Februar anberaumten Bürgerversammlung, die solle bitte noch abgewartet werden. Wann kommt die Messung? Letztlich einigte man sich auf einen Kompromiss in der Formulierung verabschiedet. Denn in einem sind sich die politischen Lager in Vaterstetten einig. Es muss in puncto Windkraft voran gehen. Aber: SPD-Wortführer Sepp Mittermeier forderte insgesamt ein höheres Tempo und möchte, dass die Standortdiskussionen in absehbarer Zeit ein Ende haben. Zudem müssten endlich die Windmessungen kommen. Derweil peitschten kräftigste Böen durch die Gemeinde ... Oliver Oswald

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