Vaterstetten segnet Mittelschulverbund ab

Lange musste man warten, bis die Türen zum Saal für die Öffentlichkeit aufgestoßen wurden, denn die vorher dort stattgefundene nicht öffentliche Sitzung des Gemeinderats Vaterstetten zog sich hin. Thema war das Gewerbegebiet in Parsdorf.

Als dann die „normale“ Sitzung begann, wurde bei der Anwesenheitsprüfung festgestellt: Manfred Schmidt war nicht da. Es passiert nicht oft, dass der FBU-Mann bei einer Gemeinderatssitzung fehlt. Normalerweise gehört er zum stimmgewaltigeren Inventar der Runde. Es war zu Beginn der Sitzung zu vermuten, dass der Schulverbund mit der spannendste Teil des Abends sein würde. So wurden auch die vorliegenden Anträge anfangs schon relativ reibungslos abgehakt; zwar verlesen, wie es sein muss, aber es gab keine Meldung, wenn der Vorsitzende, Bürgermeister Robert Niedergesäß, obligatorisch die Frage stellt: „Wird hierzu das Wort gewünscht?“ Die Medienvertreter und die wenigen Anwesenden im Saal harrten also der Dinge, bis es zum Thema Schulverbund kam. Dass man mit der Mittelschule Haar kooperieren wolle, war schon letztes Jahr klar gewesen. Nun sollte es einen weiteren Mitstreiter geben, die Hauptschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Zusammen mit der Vaterstettener Hauptschule strebt man zu dritt einen Mittelschulverbund an, der Entwurf des öffentlich-rechtlichen Kooperationsvertrages war ein dann doch umfassendes Thema an dieser ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr. Eine Hauptlast des Projektes wird an Haar, wo auch die größte Schule im Verbund ansässig ist, abgegeben: „Die Antragstellung zur Gründung eines Mittelschulverbundes soll zentral durch die Gemeindeverwaltung Haar abgewickelt werden.“ Zu wichtigen Beschlüssen zählt auch die Schülerbeförderung: Wenn Schüler aus Angebotsgründen pendeln müssen: „ ... ist das durch diejenige Gemeinde sicherzustellen, in der ein Schüler seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.“ Diesen Beförderungsanspruch gibt es aber nur für den Besuch der nächstgelegenen Schule, die ein gewähltes Bildungsangebot aufweist. „Als Kostenausgleich für den laufenden Betriebsaufwand erhebt jede Schulsitzgemeinde für auswärtige Schüler pauschale Ausgleichszahlungen (…). Kostenträger sollen wiederum die jeweiligen Wohnsitzgemeinden sein.“ Die gesetzliche Regelung legt hierfür 1200 Euro fest. Das schulische Angebot soll unter anderem folgende Regelklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9, ein offenes Ganztagsangebot in Haar und Höhenkirchen sowie ein gebundenes in Vaterstetten (5. bis 9. Klasse) umfassen. Großes Ziel aller Beteiligten ist es berufsorientierte Bereiche (Wirtschaft, Soziales, Technik) überall anzubieten. Dieses letztlich wichtige Anliegen wurde dann einstimmig begrüßt und beschlossen. Oliver Oswald

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