Vaterstetten bleibt grün

Die Gemeinde Vaterstetten ist grün, optisch betrachtet. Sie soll es auch bleiben, selbst wenn wohl viele Grundstücksbesitzer am liebsten ohne Regelungen in ihrem Garten aktiv wären. Die Bürgerversammlung der Parsdorfer vom Mai letzten Jahres brachte den Stein ins Rollen: Zum Jahreswechsel trat nun eine modifizierte Baumschutzverordnung in Kraft.

In der Bürgerversammung in Parsdorf wurde an den Vaterstettener Gemeinderat der Antrag gestellt, die Baumschutzverordnung komplett abzuschaffen. Zwei Monate später wurde ein Arbeitskreis „Baumschutz“ ins Leben gerufen. Darin waren Gegner und Befürworter der bestehenden Verordnung vereint. Hauptziel war nicht die komplette Abschaffung, sondern eine Vereinfachung und Verschlankung der Bestimmungen. Der AK Baumschutz tagte dreimal, im Juli, im August und zuletzt im November. In der letzten Sitzung des Gemeinderates in 2011 betonte Bürgermeister Robert Niedergesäß bei der Vorlage der Ergebnisse, dass sich die guten Erfahrungen, die man mit derlei besetzten Arbeitskreisen gemacht habe, erneut bestätigt hätten. Und das Ergebnis kann sich – für den bis dato skeptischen Baum- und Strauchbesitzer – durchaus sehen lassen: Die Liste der Ersatzpflanzungen wurde von 16 auf 50 Baumarten erweitert. Darin enthalten sind auch kleinwüchsige Baumsorten, die es sogar dem Reihenhäusler auf schmalem Grund erlauben, das dauerschattenspendende Großgewächs, übernommen in der mindestens dritten Generation des Hausbesitzes, in Kaminholz zu verwandeln und durch neue Pflanzungen zu ersetzen. Die Durchgrünung der Gemeinde würde somit erhalten bleiben, so CSU-Fraktionschef Michael Niebler, der deutliche Worte zum Thema fand. Es werde auch in Zukunft eine hohe Frequenz an Eigentumswechsel in der Gemeinde geben. Ohne irgendeine Baumschutzregelung müsse man damit rechnen, dass die neuen Eigentümer mit dem alten Baumbestand tabula rasa machen würden. Und er fügte an: Wer weiß, was bei einem wirklichen Bürgerentscheid herauskäme? Somit sei eine Überarbeitung im Sinne der Bürger sicherlich ein vernünftiges Friedensangebot. Hauptbeschluss: Die Fällungsgrenze wird erhöht. Nicht mehr 80 Zentimeter Stammumfang, sondern 100 Zentimeter in einem Meter Höhe sind das Maß der Dinge. Wer die Einzelheiten der umfangreichen Neuregelungen erfahren will, geht einfach auf die Homepage der Gemeinde (www.vaterstetten.de). Dort ist gleich auf der Startseite das Thema sicht- und lesbar aufbereitet. Oliver Oswald Die wesentlichen Änderungen Erhöhung der Stammumfänge von Laubbäumen und Nadelbäumen von 80 auf 100 cm. Damit werden nur noch die wirklich alten Bäume geschützt. Mehrstämmige Bäume sind nur noch dann geschützt, wenn mindestens einer der Stämmlinge einen Stammumfang von 100 cm oder mehr in 100 cm Höhe aufweist. Obstbäume werden jetzt als Ersatzpflanzung anerkannt. Die Liste der Ersatzbäume wird von 16 auf 50 Arten deutlich erweitert, darunter auch viele Kleinbäume, die sehr wenig Platz beanspruchen. Die Stammumfänge bei den zu pflanzenden Ersatzbäumen werden einheitlich auf 14 bis 16 cm reduziert. Bislang waren bei den großkronigen Bäumen 18 bis 20 cm Stammumfang gefordert.

Auch interessant:

Meistgelesen

Gut besuchte Bürgerversammlung in Haar
Gut besuchte Bürgerversammlung in Haar
Kulturstrand: Stimmungsoffensive für den Willy-Brandt-Platz
Kulturstrand: Stimmungsoffensive für den Willy-Brandt-Platz
Grünen Bürgermeisterkandidat Ulrich Leiner im Portrait
Grünen Bürgermeisterkandidat Ulrich Leiner im Portrait

Kommentare