Unbekannt muss es sein

Nicht dem berühmten Bruder, dessen 200. Todestag in diesem Jahr vielerorts groß begangen wird, widmet die Chorgemeinschaft Vaterstetten dieses Jahr ihr Hauptprojekt, sondern Michael Haydn, dem jüngeren aber nicht weniger genialen der „beiden Haydns“.

Joseph Haydn stellte mit einem überlieferten und bezeugten Ausspruch die kirchenmusikalischen Werke seines „kleinen Bruders“ weit über seine eigenen – in der Tat begründete sich der Ruhm Johann Michaels – dem Lehrer von Carl Maria von Weber – schon zu dessen Lebzeiten auf die überragende Qualität und den unglaublich großen Erfindungsreichtum seiner zahllosen kirchlichen Kompositionen, die selbst von Mozart uneingeschränkt bewundert wurden! Mit dem „Michael-Haydn-Programm“ begeht der Chor einmal mehr nicht die Wege des allseits Bekannten, sondern setzt auch in diesem Jahr seine Bemühungen um qualitätvolle Werke fort, die nicht zum gängigen Repertoire gehören. Am 21. Juni werden in der Kirche Maria Königin in Baldham um 19 Uhr neben der fast 45-minütigen und groß angelegten „Missa in honorem Sanctae Ursulae“ von Johann Michael Haydn – auch Chiemsee-Messe genannt – zwei weitere, sehr selten zu hörende Stücke des gleichen Komponisten aufgeführt, das „Completorium“ in C-Dur von 1802 und das 1778 komponierte Offertorium „Diffusa est gratia“ für Soli, Chor, solistische Orgel und Orchester. Chorwochenende im Kloster Wie in jedem Jahr wird auch dieses Programm wieder bei einem Chorwochenende im Seminarhotel Kloster Baumburg seinen Feinschliff bekommen. Chor und Solisten werden bei der Aufführung vom Barockensemble Sans-Souci auf historischen Instrumenten begleitet, das auf Instrumenten der frühen Beethovenzeit, und in einer etwas tieferen als der heutigen modernen Stimmung musizieren wird. Die finanzielle und organisatorische Planung dieses Konzertes stand im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des Chores, die am letzten Montag im Januar traditionell im Café Regenbogen auf dem Gelände des Klinikums-Ost in Haar stattfand. In entspannter Atmosphäre ließen Vorstände und Vereinsmitglieder das Jahr 2008 mit der gelungenen Aufführung dreier weltlicher Kantaten von Johann Sebastian Bach im Juni im Rathaus Vaterstetten und dem stimmungsvollen Adventssingen in der Kirche „Mariä Sieben Schmerzen“ in Haar – musikalisch und finanziell sehr erfolgreich in der Immanuelkirche in München-Denning als Benefizveranstaltung für das Christophorus Hospiz am Effnerplatz wiederholt – Revue passieren. Neben dem Haydn-Konzert im Juni plant die Chorgemeinschaft in diesem Jahr noch ein Adventssingen am 11. Dezember, das seit längerer Zeit erstmals wieder in heimatlichen Gefilden in der Kirche Maria Königin in Baldham stattfinden wird. Kassenprüfer bestätigt Im Verlaufe der Mitgliederversammlung dankten die Mitglieder den Kassenprüfern Jürgen Schreiner und Erika Krämer und verlängerten ihre Amtszeit um zwei weitere Jahre. Zum Abschluss der Jahresversammlung wagte man bereits den Blick in das Jahr 2010, für welches mit Henry Purcell zwar ein sehr bekannter Komponist ausgewählt wurde, dessen Werk aber im Landkreis noch nie zu hören war: Die inhaltlich auf dem „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare basierende Oper „The Fairy Queen“. Zur Aufführung kommt das Werk am 25. Juli 2010 im Rathaus Vaterstetten. Stimmen gesucht Die Proben für das Haydn-Programm 2008 haben gerade erst begonnen – also ein idealer Zeitpunkt für Neueinsteiger, die herzlich willkommen sind! Die Chorgemeinschaft Vaterstetten probt jeden Montag von 20 bis 22 Uhr im Pfarrsaal von Maria Königin und freut sich über neue Mitsänger und neue Mitsängerinnen. Informationen gibt es bei Claudia Lohmann unter Telefon 089/45 46 29 04 oder unter www.chorgemeinschaft-Vaterstetten.de.

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