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Haars stiller, grüner Engel

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Erwin Taschner (Zweiter von links) bei der Verleihung des „Grünen Engels“ mit (von links) Bürgermeisterin Gabriele Müller, Ministerin Ulrike Scharf und Umweltreferent Michael von Ferrari. © kn

Er ist der „Grüne Engel“ Haars – und das bereits seit über 56 Jahren! Nun wurde er für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement für die Natur ausgezeichnet: Erwin Taschner erhielt als erster Haarer Bürger die Auszeichnung „Grüner Engel“ vom bayerischen Umweltministerium.

Der Naturschaugarten am Wertstoffhof, Nistkästen im ganzen Gemeindegebiet, Magerrasenflächen am Straßenrand, Insektenhäuser, Biotope und Falken-Nistkästen auf dem Hochhaus und am Bezirksgut: Das Werk des Erwin Taschner ist unübersehbar in Haar. Und dennoch kennen ihn längst nicht alle hier. Er sei doch eher ein „stiller Engel“, erklärt er lachend. Aber sobald er anfängt, über die Natur zu sprechen, über Vögel und seine Berge – dann gerät der mittlerweile 84-Jährige ins Schwärmen.

Geboren wurde Erwin Taschner 1932 in Landshut, aufgewachsen ist er in dem 300-Seelen-Ort Adelkofen, direkt am Wald. Ja, man könne schon sagen, er habe seine Liebe für die Natur in die Wiege gelegt bekommen. Aber seinen ganz speziellen Einsatz für die Tierwelt hat er doch einem Schlüsselerlebnis zu verdanken: „Als Bub, in den Kriegsjahren, hatte ich eine Steinschleuder. Und wie alle anderen auch hab ich halt auf alles Mögliche geschossen. Eines Tages im Wald hat über mir ein Buchfink so schön gesungen – und ich hab einfach auf ihn gezielt.“ Der Vogel fiel ihm direkt vor die Füße, atmete noch ein paar Mal schwer – und als er in seinen Händen starb, läuteten die Kirchenglocken. Das wäre der Moment gewesen, in dem er beschlossen habe, die Natur zu schützen. Ein echter Gänsehautmoment – bis heute.

Ab diesem Zeitpunkt waren die Berge und der Wald Erwin Taschners eigentliches Zuhause. Nicht selten war er schon um 3 Uhr morgens im Wald, um dann um 6 Uhr in die Arbeit zu fahren. Seit 1958 ist er außerdem im Landesbund für Vogelschutz. Als er dann im Jahr 1960 von Rosenheim, wo er als Polizeibeamter des Bundes im nachrichtentechnischen Dienst im Einsatz war, zum Bundesgrenzschutz nach Haar versetzt wurde, führte ihn sein erster Weg auch hier zum Alpenverein. Bald führte er naturkundliche Führungen durch, später auch bei der Vhs – dank Taschner wissen Haarer Kinder mehr über die Natur.

Viel Zeit verbringt Erwin Taschner als langjähriges Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern bis heute am Ismaninger Speichersee: Er ist einer von wenigen Personen, der dort überhaupt Zutritt haben. Einen ganz engen Draht hat er auch zum Umweltreferat der Gemeinde Haar: Viele Taschnersche Ideen wurden in Zusammenarbeit mit dem Rathaus umgesetzt.

Von der Gemeinde bekam Erwin Taschner für sein Engagement bereits 2000 die Goldene Ehrennadel verliehen. Jetzt verlieh ihm die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement die Auszeichnung „Grüner Engel“.Bürgermeisterin Gabriele Müller ist sich bewusst, welchen Schatz sie in ihrer Gemeinde hat: „Für uns in Haar ist Erwin Taschner schon seit Jahrzehnten unser grüner Engel!“

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