Das Truderinger Original Alois Knürr ist 70 geworden

„Ruhestand – kenne ich nicht“

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Ein beachtliches Schaffenswerk! Rund 100 Verlagsprodukte hat Alois Knürr in seinem Verlag in Waldtrudering herausgegegeben. Darunter der Münchner Biergartenführer, der sich schon 160.000 Mal verkauft hat.

Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag! Das Truderinger Original Alois Knürr feierte seinen Siebzigsten. Auf ein bewegtes Leben blickt der gelernte Werkzeugmacher, Dipl-Ingenieur und Betriebswirt zurück, der 1986 seinen Verlag gründete und 100 Verlagsprodukte herausgegeben hat.

Knürr engagiert sich auch in vielfältiger Weise karitativ (zum Beispiel im Lionsclub Mü.-Keferloh) für den Münchner Osten – ohne ihn wäre zum Beispiel der Verein ZHT-Kinderclub Trudering heute nicht dort, wo er steht. Trotz seiner 70 Jahre bezeichnet Knürr sich selbst als „Mann im Unruhestand“. „Ruhestand – kenne ich nicht!“ HALLO wünscht dem Menschenfreund Alois Knürr noch viele weitere Jahre des besagten „Unruhestandes“.

„A Hund is a scho“ der Alois Knürr – ein Ausspruch der im besten Sinne auf das Wald- truderinger Urgestein zutrifft. Obwohl Alois Knürr einer Unternehmerfamilie entstammt, machte er erst eine Werkzeugmacherlehre, studierte Maschinenbau (Dipl.-Ing. FH) und Schweißfach-Ingenieur und sattelte sogar noch ein Abendstudium zum Betriebswirt (VWA) darauf. 1986 zog er sich aus dem elterlichen Betrieb der Knürr AG zurück und gründete im gleichen Jahr seinen Verlag. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden hat er mit seinen ersten Projekten – sogenannten Reise-„Anzeigenheftern“ für Stern, Bunte und Playboy in Millionenauflage. Als Mann mit dem Blick über den Tellerrand waren in diesen Sonderbeilagen nicht nur Anzeigen der Reiseorte zu finden, sondern eben noch weitere, die zum Thema „Reise“ im weiteren Sinne passten. Das Konzept war vor knapp 30 Jahren revolutionär und bald liefen die großen Werbeagenturen Sturm. „Ich musste sogar bei Gruner + Jahr in Hamburg an- tanzen, damit eine Auflage nicht gekippt wurde.“ Heute sind solche Sonderveröffentlichungen oder Verlagssonderbeilagen gang und gäbe. Schnell wand sich Knürr auch „seriöseren“ Publikationen zu – zum Beispiel der Festschrift zur Eröffnung des neuen Prinzregententheaters oder das im Auftrag des Bayerischen Finanzministeriums produzierte Festbuch zum 200-jährigen Jubiläum des Englischen Gartens. Wertvoll aufgemachte Bücher zu „100 Jahre Münchner Philharmoniker“, „100 Jahre Prinzregententheater“ und Festschriften über bedeutende Ereignisse zum Thema Sport und Society in München (Compaq Grand Slam Cup, Beckenbauers WM Report 1990) folgten. „Als wir zur Pressekonferenz zu Beckenbauers WM Report in das Olympiastadion einluden, kamen gut 200 Reporter aus aller Welt“, erinnert sich Knürr (siehe nebenstehendes Foto). „Da hab ich mich natürlich narrisch gefreut.“ Knürr hatte oft den richtigen Riecher für besondere Verlagsprodukte – wie zum Beispiel als er nach der Wende mit „Knürr´s Wegweiser“ zehn Ratgeber-Bücher für Menschen in den Neuen Bundesländern verlegte. Welche neuen Bürger kannten sich damals schon mit Verkehrsrecht, Immorecht ... aus? Ein weiteres Standbein des Knürr Verlags sind „Bavarica“ – wie die beliebten Münchner Geschichten („Uns Münchner wenn‘s nicht gaab“) von Max Spiegel oder die „Münchner Sturmwarnung“ Band I bis IV) der Schauspielerin und Autorin Corinna Binzer. Lustige Witze über das Leben der Bayern und dem liebevollen Umgang mit den Preußen findet man in „Boarisch gelacht“. Über 160.000 Mal hat sich mittlerweile der Münchner Biergartenführer in der achten Auflage verkauft, den Knürr als „wichtigen Beitrag zum Erhalt der Münchner Biergartenkultur“ wertet. Dort werden nur „echte Biergärten“ von den Autoren besprochen – die Auswahlkriterien sind: Jeder darf seine Speisen mitbringen, es gibt Selbstbedienung und vor allem keine Plastikmöbel. Erfolgreich sind auch die beiden Werke „Praktische Vorratshaltung zu Hause“ und „Vorrat halten“ von Erfolgsautorin und Dipl. Ökotrophologin Hildegard Rust. Der jüngste Streich ist „Faszination Trüffel“ von Klaus W. Gerard. Das Erfolgsgeheimnis eines Verlegers beschreibt Alois Knürr selber mit den Worten: „Es muss einfach alles passen.“ Letztlich habe er sich immer zum Ziel gesetzt, immer mindestens ein Buch mehr zu verkaufen, als Kosten entstanden sind. Dieser Prämisse ist er bislang immer treu geblieben.

Großes karitatives Engagement 

Sein wirtschaftliches Talent setzt Knürr auch für karitative Zwecke ein: Er ist Gründungsmitglied des Lionsclub München Keferloh (1991), war in dieser Zeit zwei Mal Präsident und ist nach wie vor zuständig für die Einnahmenaktivitäten. Mit den Geldern des jährlichen Golfturniers, des Schafkopf- und Hallenfußball-Turniers sowie durch Spenden, Tombolas, Festschriften und Spielgebühren konnten durch die Lions unter seinem Engagement über 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet werden, die ohne Abzug für Bedürftige, hauptsächlich im Münchner Osten, Verwendung fanden. Ohne Anschubfinanzierung von 50.000 Euro wäre zum Beispiel der Umzug des ZHT- Kinderclubs 1993 nicht möglich gewesen. Und das sind natürlich noch längst nicht alle Knürrschen Engagements ...

Bodo-Klaus Eidmann

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