Ausgezeichnet abserviert

Winfried Frey gewinnt renommierten Theaterpreis

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Der Truderinger Winfried Frey ist Schauspieler, Moderator und Kabarettist. Für seine Hauptrolle in dem Stück „Das Abschiedsdinner“, aufgeführt am Münchner Metropoltheater, erhielt er jetzt den „Monica-Bleibtreu-Preis“.

Winfried Frey kennt man im Münchner Osten als Fernseh-Polizist, „Truderinger Ventil“-Impressario und Kabarettist. Weniger bekannt ist, dass er auch in ernsthaften Theaterrollen bestehen kann. Zuletzt wurde er dafür in Hamburg sogar mit einem renommierten Preis ausgezeichnet.

Als Polizeihauptmeister Hans Kneidl in der TV-Serie „München 7“ ist der Schauspieler Winfried Frey bekannt und beliebt. Auch mit seinem Kabarettprogramm „Endlich Frey“ unterhält er seit vergangenem Herbst sein Publikum. Was viele nicht wissen: Der Truderinger kann auch ernst! Das Theaterstück „Das Abschiedsdinner“, in dem Frey die Hauptrolle spielt, wurde jetzt in Hamburg während der jüngsten Privattheatertage mit dem renommierten „Monica-Bleibtreu-Preis“ ausgezeichnet.

Das französische Stück, das im vergangenen Winter am Metropoltheater in München aufgeführt wurde und im kommenden Herbst in eine neue Spielzeit gehen wird, handelt von Pierre Lecoeur, einem von der Midlife-Crisis gebeutelten Verleger, und dessen Frau Clotilde. Weil es ihnen in ihrem Leben vor allem an Zeit mangelt, wollen sie ihr Freizeitverhalten ändern – und hierfür ihren Freundeskreis ausdünnen. Ihr Plan: Sie kochen noch einmal groß auf, servieren den besten Wein, reden über die guten alten Zeiten und voilà – fertig ist das perfekte „Abschiedsdinner” für die ahnungslosen Freunde, bei denen man sich danach nie wieder melden wird! Das erste Opfer ihrer Freizeit-Beschaffungs-Maßnahme ist dabei Antoine. Leider kennt er selbst auch die Idee des „Abschiedsdinners” und bemerkt sehr schnell, dass ihm gerade sein eigenes serviert werden soll. Während Pierre und Clotilde daher verzweifelt versuchen, sich aus der peinlichen Situation herauszuwinden, beginnt Antoine, mit allen Mitteln um seine Freundschaft mit Pierre zu kämpfen.

Winfried Frey gibt in dieser Dreiecksgeschichte den Pierre. Und gibt zu: „Das Stück ist harte Arbeit!“ 70 Seiten Text, beschrieben in Zehn-Punkt-Schrift, habe er lernen müssen. Was es für die drei Hauptdarsteller anstrengend macht, erleben die Zuschauer dagegen als Rasanz, als unmittelbare Zuspitzung: 90 Minuten lang, ohne Pause, sitzen sie quasi mitten im Lecoeur‘schen Esszimmer, die Schauspieler spielen um sie herum, nehmen die Zuschauer eher als Teil der Bühne denn als abgetrennte Masse wahr. „Wir waren der Inszenierung schutzlos ausgeliefert“, begründete die prominent besetzte Jury des „Monica-Bleibtreu-Preises“ ihre Entscheidung. Und: „Das Gewinnerstück hinterließ und emotionalisiert, atemlos und aufgewühlt.“

Frey selbst empfindet das Stück als „böse, typisch französisch eben“. Und freut sich schon auf den Herbst, wenn er wieder sein „Abschiedsdinner“ geben darf! Dass viele ihn nur auf seine TV-Rollen reduzierten, findet der 48-Jährige daher fast schon schade. Aber dass Kinos oder Theater heute wesentlich mehr um ihre Zuschauer kämpfen müssten, liege eben auch daran, dass viele Menschen immer weniger vor die Tür und stattdessen immer mehr Zeit auf der heimischen Couch verbringen: „Wir als Schauspieler erleben die Welt da draußen für die, die nur zuhause vor dem Kasten sitzen.“ Trotz seines Theater-Erfolgs will sich der „Allrounder“, wie er sich selbst bezeichnet, dennoch weiterhin auch anderen Genres widmen. Ab September steht er daher wieder mit seinem Kabarett-Programm auf den Bühnen der Region. Und als Regisseur inszeniert er derzeit das Winterstück „Wuide Hetz – eine Fürstenfelder Rauhnachtsgeschichte“, das am 16. Dezember um 19 Uhr im Fürstenfeldbrucker Stadtsaal Premiere feiert. Frey verspricht dabei „ein richtiges Spektakel“, begleitet von großem Chor, Kinderchor, Volksmusik- und Jazz-Elementen sowie Multimedia-Effekten. Die Botschaft des Stücks: Die Menschen sollten sich endlich wieder der ursprünglichen Bedeutung der Rauhnächte, also der Zeit zwischen Weihnachten und dem 5. Januar, besinnen und diese als Tage der Besinnung, der Entschleunigung, des Innehaltens wahrnehmen. Er selbst, gibt er zu, müsse sich bei all seinen Terminen ebenfalls hin und wieder daran erinnern, einfach mal stehen zu bleiben. „Schließlich“, so der Familienmensch, „will ich nicht so enden wie mein Theater-Alter-Ego Pierre Lecoeur!“ 

zip

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