Viele Worte, keine Taten: Ärger über die Stadtpolitik wächst 

Weiterhin Erziehermangel im Haus für Kinder an der Feldbergstraße

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Erzieher werden in ganz Deutschland gesucht – natürlich auch im teuren München.

Kein Verständnis haben die Eltern dafür, dass im Haus für Kinder an der Feldbergstraße 89 nach einem Jahr noch immer Notstand in Sachen Personal herrscht. Der Elternbeirat kritisiert, die Stadt zeige keine Lösungen auf und der Truderinger Bezirksausschuss fordert nun schnelle Antworten und zügiges Handeln von Stadtschulrätin Beatrix Zurek.

Das Problem ist bekannt – im ganzen Großraum München herrscht eklatanter Erzieher- und Kinderpflegermangel. Viele Plätze in Betreuungseinrichtungen können deshalb nicht vergeben werden, was bei den betroffenen Familien oft große Probleme aufwirft. Finanzielle Anreize wie „Münchenzulage“ helfen nur bedingt, zumal die Landkreisgemeinden inzwischen nachgezogen haben, um überhaupt noch Personal zu bekommen. „Fachkräftemangel“ heißt das Schlagwort, mit dem Kommunen vor allem in Ballungsräumen seit geraumer Zeit zu kämpfen haben. Auch im Haus für Kinder an der Feldbergstraße ist das Problem längst angekommen. Schon im Sommer 2017 teilte das Schulreferat mit, dass wegen Personalmangels wahrscheinlich 46 Plätze in Kindergarten, -krippe und Hort im laufenden Schuljahr unbesetzt bleiben würden und Neuaufnahmen nicht möglich seien. Freie Stellen konnten nicht besetzt werden, zudem haben mehrere Kräfte wegen Kündigung, Umsetzung, Rente oder Schwangerschaft die Einrichtung im Jahr 2017 verlassen. Schon Mitte Mai 2017 hatte der Elternbeirat Alarm geschlagen, doch knapp ein Jahr später gibt es noch immer keine Entwarnung. Ein Brief der Stadtschulrätin zu den angesprochenen Problemen und Lösungsvorschlägen ärgert die Eltern. Da werde von einer geplanten Betreuungsauslastung von 84 Prozent in Trudering im Jahr 2025/26 gesprochen, was angesichts der Bautätigkeit und des Zustroms von Familien völlig abstrus sei. Auch die Aussage, Eltern hätten kein großes Interesse an Ganztagsklassen, sei falsch, wenn sich der größere Teil eine Betreuung mit pädagogischem Angebot am Nachmittag wünsche. „Wo ist da der große Unterschied zwischen Ganztagsklasse mit pädagogischem Konzept und Unterricht am Vormittag mit Nachmittagsangeboten? Fakt ist, dass sich insgesamt 80 bis 90 Prozent der Eltern eine Ganztagsbetreuung wünschen, egal in welcher Form“, so Elternbeiratsvorsitzender Christopher Wolter.

Ärgerlich finden die Eltern auch, dass die Größe der Kindergartengruppen reduziert wurde. „Die zulässige Gruppengröße wurde von 25 auf 20 Kinder gesenkt, da die Räume und Sanitäreinrichtungen zu klein sind und daher nicht mehr ausreichen“, so Wolter. Er kritisiert, dass vom Schulreferat keine Alternativlösungen innerhalb der relativ neuen Einrichtung gefunden, sondern einfach die Streichung veranlasst worden sei.

zirksausschuss (BA), der Maßnahmen und Lösungsvorschläge der Stadt nach knapp einem Jahr „schmerzlich vermisst“, sodass sich die Situation im Haus für Kinder inzwischen nicht verbessert sondern eher verschlechtert habe. „Ein Wegfall von 48 Prozent der zunächst geplanten Betreuungsplätze kann hinsichtlich voraussichtlich steigender Kinderzahlen durch die Bebauung an der Wasserburger Landstraße nicht vertreten werden“, so Frank Eßmann (CSU), der Sprecher des zuständigen Unterausschusses. In einem Eilantrag fordert das Gremium das Schulreferat auf, sich im persönlichen Austausch mit der Einrichtungsleitung um Personalbeschaffung und -planung zu kümmern, sodass das Haus wieder voll belegt werden kann. Was die Änderung der Betriebserlaubnis betrifft, fordert der BA kreative Lösungen wie Erweiterung der Sanitäranlagen durch Um- oder Anbau und Antworten des Schulreferats bis zum Juni. Zudem verabschiedete das Gremium eine Anfrage der Grünen über die zu erwartenden Schülerzahlen an der Feldbergschule in den kommenden Jahren, welche nicht auf Prognosen, sondern auf Daten des Einwohnermeldeamts beruhen.

Gabriele Mühlthaler

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