46 Plätze bleiben unbesetzt

Wegen Personalmangels im Haus für Kinder an der Truderinger Feldbergstraße

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Erzieherinnen sind in München derzeit ein knappes Gut. Im Haus für Kinder an der Feldbergstraße führt der Personalmangel sogar dazu, dass nicht alle Plätze belegt werden können.

Die Situation ist prekär für all diejenigen, die ihr Kind im September neu zum Haus für Kinder an der Feldbergstraße 89 schicken möchten. Nach derzeitigem Stand müssen wegen Personalmangels insgesamt 46 Plätze in Kindergarten, -krippe und Hort unbesetzt bleiben. Neuaufnahmen sind laut Stadt nicht möglich. Zwar werden mit Hochdruck Fachkräfte gesucht, doch Erzieher und Kinderpfleger sind derzeit Mangelware.

224 Stellen in Kindergärten, Krippen und Horten sind aktuell in München nicht besetzt. „Fachkräftemangel“ heißt das Schlagwort, mit dem die Kommunen vor allem im Ballungsräumen sei geraumer Zeit zu kämpfen haben. Auch am „Haus für Kinder“ an der Truderinger Feldbergstraße ist das Problem angekommen. 210 Kinder vom Krippen- bis zum Grundschulalter werden derzeit dort betreut. Vorgesehen sind dafür 21 Voll- und sieben Teilzeitstellen für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, sowie eineinhalb Stellen für sogenannte Roulierkräfte. Mitte Mai allerdings konnte bereits eine Vollzeitstelle nicht besetzt werden, zudem war für weitere 27 Betreuungsstunden kein Personal da. Doch damit nicht genug, weitere Kräfte werden das Haus in diesem Jahr aufgrund von Kündigung, Umsetzung, Rente und Schwangerschaft verlassen. Bis zum September werden somit vier weitere Voll- und eine Teilzeitstelle frei. „Betreuungsplätze werden durch diese Personalsituation nicht entfallen. Allerdings können, so lange die vakanten Stellen nicht nachbesetzt werden, keine weiteren Zusagen erteilt werden. Im Herbst könnten nach derzeitigem Stand für 16 Kinderkrippen-, elf Kindergarten- und 19 Hortplätze keine Zusagen erfolgen“, teilte die Stadt auf eine Anfrage der Stadtratsfraktion Bayernpartei mit.

Schon Mitte Mai hatte der Elternbeirat der Einrichtung wegen der prekären Personalsituation Alarm geschlagen und an Oberbürgermeister Dieter Reiter geschrieben. Nicht einmal Urlaubs- oder Krankheitstage von Erziehern konnten nämlich überbrückt werden, was besonders Berufstätigen große Schwierigkeiten machte. „Eltern mussten bei Ausfällen aufgefordert werden, ihre Kinder nicht zum Hort zum bringen, da eine ordnungsgemäße Beaufsichtigung nicht gewährleistet werden konnte“, so der Elternbeirat.

Auch im Umfeld des Hauses für Kinder an der Feldbergstraße werden die Eltern in städtischen Betreuungseinrichtungen vergeblich nach einem Platz für ihr Kind suchen – laut Stadt ist nichts mehr im Angebot. Betroffene können sich aber im Referat für Bildung und Sport beraten und über Einrichtungen freier Träger informieren lassen. Vielleicht aber tut sich ja doch noch was bis September; durch bereits angelaufene Maßnahmen, wie die Priorisierung des Hauses für Kinder für Stellenangebote, „ist davon auszugehen, dass es gelingen wird, zumindest einige der unbesetzten Stellen und der freien Stundenreste nachzubesetzen und somit weitere Zusagen bis zum Herbst erteilen zu können“, hofft die Stadt. 

Gabriele Mühlthaler

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