Nur ein kleiner Weg führt zu 950 Wohnungen

Vierter Bauabschnitt in der Messestadt

+
Die Behelfsstraße zum Edinburghplatz – am Ende beginnt der vierte Bauabschnitt.

Nur noch eine Straße führt in den vierten Bauabschnitt der Messestadt, das westlichste Quartier des Viertels mit rund 950 Wohnungen. Dass die Zufahrt über Joseph-Wild- und Paul-Wassermann-Straße nun, wie im Bebauungsplan vorgesehen, gesperrt wurde, spaltet die Geister der Bewohner.

Die einen finden die provisorische Absperrung sollte schnellstens durch eine feste ersetzt werden, die anderen beklagen, dass nun Messebesucher, Kunden der Riem-Arcaden, Busse und sämtliche Anwohner der westlichen und südlichen Bebauung über die stark belastete Kreuzung Olof-Palme-Straße/Edinburghplatz fahren müssen.

Was die Planer der Messestadt sich am grünen Tisch ausgedacht haben, ist in vielen Bereichen durchaus gelungen. Manches allerdings erweist sich im täglichen Leben als nicht optimal. Wie oft berichtet, ist das Viertel nur von Norden erreichbar und hängt quasi wie ein Sack an der Autobahn A94. Im Süden erstreckt sich der Riemer Park, den nicht mal die Feuerwehr durchqueren darf, im Norden liegen Gewerbe und Messegelände. Zwischen beiden Bereichen wurden Wohnungen gebaut, zuletzt rund 950 ganz im Südwesten, unmittelbar anschließend an Kirchtrudering. Mit dem Fahrrad ist das Nachbarviertel von hier aus schnell erreichbar. Wer aber mit dem Auto aus dem inzwischen fast gänzlich bezogenen vierten Bauabschnitt hinaus will, kann nur über den Edinburgh-Platz Richtung Osten fahren, an der Helsinkistraße nach Norden abbiegen, um wenige Meter weiter erneut einen Ostschwenk in die Olof-Palme-Straße zu machen. Dort geht es dann wieder nach Norden – selbst wenn man nach Süden will.

So soll es laut Bebauungsplan bleiben, was nicht jeden Bewohner des neuesten Viertels freut. Bis vor einigen Wochen gab es nämlich eine zweite Route aus der „Insel in der Insel Messestadt“, wie Magdalena Miehle (CSU) vom Truderinger Bezirksausschuss (BA) es formulierte. Über den Edinburgh-Platz konnte man über die Paul-Wassermann-Straße auf die Joseph-Wild-Straße und wesentlich schneller Richtung Süden gelangen. Doch diese Verbindung soll nun, nach Ende der Bautätigkeit im vierten Bauabschnitt, endgültig geschlossen und dem Riemer Park zugerechnet werden. „Bitte lassen Sie sich etwas einfallen“, bat ein Anwohner den BA. „Nicht nur, dass die Messestädter eh schon zugebaut werden wie Karnickel, jetzt haben sie auch noch unnötige Staus und nur noch eine Zufahrtsstraße über die Kreuzung Olof-Palme-Straße/Edinburghplatz!“

Doch es gibt auch andere Stimmen, die möglichst schnell die feste Sperrung der ehemaligen Behelfsstraße fordern, denn die ist derzeit nur durch Absperrböcke geschlossen. „Die gut gemeinte Zwischenlösung ist unzureichend, weil Autofahrer die Böcke oftmals beiseite schieben“, erklärte der Vertreter einer Eigentümer-Gemeinschaft auf der jüngsten BA-Sitzung und bat das Gremium, sich für eine schnelle Dauersperrung einzusetzen.

Im Bezirksausschuss überlegt man, wie das Problem am besten lösbar ist. Das Gremium erwägt nun, die Graf-zu-Castell-Straße, deren südlichster Abschnitt derzeit Fußweg ist, probeweise für Anliegerverkehr zu öffnen. Das oder die Möglichkeit, die Behelfsstraße als Dauerlösung im Bebauungsplan festzulegen, will der BA aber erst mal im Unterausschuss mit Vertretern des Planungsreferats erörtern. 

Gabriele Mühlthaler

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare