Bahnstraße: Neue Wege statt politischer Sackgasse

KVR verweigert Sperrungsbeschluss des Stadtrats

Die kleine Truderinger Bahnstraße liefert derzeit viel Anlass zu großen Diskussionen.  
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Die kleine Truderinger Bahnstraße liefert derzeit viel Anlass zu großen Diskussionen.  

Trudering/HAAR – Erst dauerte es Jahre, dann verschwand es in der politischen Verwaltung der Stadt wie Zuckerwatte: Der Beschluss des Münchner Stadtrats, die kleine Bahnstraße für den Lkw-Verkehr zu sperren, wird vom zuständigen Kreisverwaltungsreferat (KVR) nicht umgesetzt. Grund der Entscheidung: Bei einer Sperrung müssten die Laster eine doppelt so weite Strecke auf ihrem Weg vom Quetschwerk Mühlhauser bis zur Wasserburger Landstraße fahren. Das sei nicht zumutbar, zumal die Bahnstraße noch lange nicht an ihren vorgesehenen Kapazitäten angelangt wäre. Das wiederum sehen Anwohner seit Jahren vollkommen anders. Ihr Unmut führte zu einem langen und zuweilen auch erbitterten Streit zwischen Trudering und Haar. Umso erstaunlicher sind die Reaktionen nach der Entscheidung des KVR. Haars neuer Bürgermeister Andreas Bukowski fühlt sich nicht als Sieger: „Eine Sperrung hätte den Lkw-Verkehr nur verlagert, weiträumige Umfahrungen erforderlich gemacht und damit letztlich anderswo die gleichen Probleme geschaffen. Eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten wird sich nur im Dialog mit unseren Nachbarn finden lassen. Deshalb habe ich mich mit dem neuen BA-Vorsitzenden Stefan Ziegler bereits zu einem ersten Kennenlernen getroffen. Ich bin überzeugt, dass sich gemeinsam gute Kompromisse werden finden lassen.“ Und auch der angesprochene Ziegler gibt sich versöhnlich: „Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Verwaltung einen Stadtratsbeschluss nicht umsetzt, zumal der Verwaltung ausreichend Gründe einschließlich einschlägiger Rechtsprechung zur Verfügung gestellt wurden. Insgesamt ist das Thema aber komplexer und nicht mit einer einzelnen Straßensperre zu lösen.“ Nun muss aus schönen Worten „nur noch“ ein gemeinsamer Plan entstehen.

Marco Heinrich

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