Am 14. Februar ist Valentinstag

„Das ist der Richtige!“

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Kira Sima aus Waldtrudering hat ihren Mann Francesco 2002 in einem Restaurant in München kennengelernt. Für sie und ihre Liebe zog er von Sizilien nach München.

Am 14. Februar ist Valentinstag, der Tag der Liebe. Zwei Leserinnen erzählen von ihrem Liebesglück. Und die Paartherapeutin Eva-Maria Gebert-Riess gibt Tipps für die Beziehung.

Es war ein Sommerabend im Jahr 2002. Kira Sima, die mittlerweile in Waldtrudering wohnt, saß in einem indischen Restaurant und las in einer Yoga-Zeitschrift. „Da hörte ich hinter mir diese Stimme, die tiefe und warme Stimme eines Mannes“, erzählt Sima. Sie horchte auf. „Er saß da mit drei Frauen und es schien, als würde er Deutsch lernen.“ Der Mann mit der angenehmen Stimme stammte aus Sizilien, in München war er zu Besuch, da er als Kunstmaler eine Ausstellung hatte. Das indische Lokal in München verließ Francesco, so hieß der aus Italien stammende Künstler, allerdings nicht, ohne Kira Sima seine Visitenkarte zuzustecken und nach ihrer Telefonnummer zu fragen. „Eher heimlich, der Chef des indischen Restaurants war nämlich mein Freund“, so Sima. Mit ihm hatte die heute 49-Jährige später an jenem Abend noch Streit gehabt. „Am nächsten Tag war ich unglücklich und verheult, als mein Telefon klingelte.“ Ein Mann stellte sich als Massimo vor. Sima kannte keinen Mann mit diesem Namen. Doch da sagte er: „Hier sitzt jemand, der dich zum Essen einladen möchte.“ Das kann nur Francesco sein, schoss es Sima durch den Kopf. Da er selbst kein Deutsch konnte, hatte er einen Freund gebeten, bei ihr anzurufen. Natürlich wollte sie mit ihm Essen gehen! „Dieses Mal zum Mexikaner. Wir aßen gut, tranken Wein und verständigten uns mit Händen und Füßen“, erzählt Sima. Noch am selben Abend folgte der erste Kuss. „Obwohl wir nicht die selbe Sprache sprachen, wusste ich von Anfang an: Das ist der Richtige! Es war einfach so ein Bauchgefühl.“ Doch dann musste sie Abschied nehmen: Nach einer Woche in München war es soweit, Francesco musste in seine sizilianische Heimat zurück. „Ich mag keine langen Abschiede, dennoch begleitete ich Francesco zum Bahnhof“, erinnert sie sich. Nicht umsonst! „Francesco gab mir einen Ring und sagte zu mir auf Englisch: ,For marriage another ring!‘“ Nach nur einer Woche machte Francesco ihr einen Heiratsantrag, indem er ihr einen Ring überreichte und einen weiteren zur Hochzeit versprach! Francesco kehrte zwar nach Sizilien zurück, allerdings nur, um seine Zelte in der Heimat abzubrechen. „Er löste eine Fünf-Zimmer-Wohnung auf, verabschiedete sich von seinen drei Geschwistern und kam zu mir nach München“, so die 49-Jährige. „In meine 23 Quadratmeter große Ein-Zimmer-Wohnung! Da wurde es dann richtig kuschelig.“ Ob das nicht zu eng werde, fragten sich die beiden. „Wenn die Liebe stark genug ist, dann schaffen wir das“, wusste Sima. Sie behielt Recht. Drei Jahre später heiratete sie ihren Francesco in Salzburg. „Er ist ein Traummann“, schwärmt sie noch heute. „Er kann mir wunderbar zuhören und wir sagen uns auch immer wieder, wie sehr wie uns lieben.“

Mit Vollgas ins Liebesglück

Kornelia Eckart aus Perlach drückte buchstäblich aufs Gas, um ihr Liebesglück zu beschleunigen. Sie war frisch geschieden, als sie mit ihrer siebenjährigen Tochter in einen Wohnblock nach Perlach zog. Aus ihrer neuen Wohnung konnte sie gut auf die anderen Wohnungen schauen: „Schon nach kurzer Zeit fiel mir ein Mann auf, der öfter in seinem Wintergarten rumwerkelte und mir gut gefiel“, erzählt Eckart. Und sie beobachtete auch, dass er wohl alleine wohnte! „Sobald er in seinem Wintergarten oder auf dem Balkon auftauchte, machte ich mich auf unserem Balkon zu schaffen.“ Doch ins Gespräch kamen sie nie. Bis zu jenem Abend im November vor 24 Jahren. Eckart, die heute 58 Jahre alt ist, hatte ihre Tochter von einer Freundin abgeholt und wollte ihr Auto in der Tiefgarage parken. Ihre Tochter hatte mittlerweile mitbekommen, dass sich die Mama in den Nachbarn „verguckt“ hatte und gab ihr Ratschläge, wie sie dem Unbekannten näherkommen könnte. Als sie in die Tiefgarage fuhren, entdeckten Mutter und Tochter den Nachbarn. „Meine Tochter rief: ,Mama, da ist er! Gib Gas!‘“, erzählt die Perlacherin und fügt hinzu: „In meiner Aufregung gab ich tatsächlich Gas und kratzte knapp vor ihm die Kurve in meinen Stellplatz. Ich stieg aus und sagte zu ihm: ,Jetzt hätte ich Sie aber beinahe erwischt!‘ Und er meinte daraufhin ganz lapidar: ,Ach, das macht doch nix. Ist ja nix passiert.‘“ Mehr passierte allerdings nicht, denn er stieg in sein Auto und fuhr davon. Mutter und Tochter seien enttäuscht gewesen, dass sie mit ihrer Offensive so gescheitert waren. Doch nur bis zum nächsten Morgen, als Eckart unter ihren Scheibenwischern einen Zettel entdeckte. Mit einer Einladung zum Kaffeetrinken und einer Telefonnummer. „Zwei Tage habe ich es ausgehalten, bis ich ihn anrief und wir uns verabredeten,“, so Eckart. Gescheitert war sie mit ihrem offensiven Fahrstil also doch nicht: „Im Dezember feiern wir unseren 20. Hochzeitstag und unser gemeinsamer Sohn wird in diesem Jahr 20 Jahre alt.“ Verena Rudolf

„Jeder zeigt Liebe auf seine ganz eigene Art und Weise“

Ein Paar ist ein Team, bestenfalls eine Einheit, aber so sehr man auch glaubt, füreinander geschaffen zu sein, bei einer Beziehung treffen zwei unterschiedliche Menschen aufeinander und wollen miteinander glücklich sein. Eva-Maria Gebert-Riess ist Paartherapeutin in Ottobrunn und berät Paare, die in einer Krise stecken oder mal eine Außenansicht auf ihre Beziehung brauchen. Bei ihrer sogenannten Systemischen Therapie oder Beratung gehe es daher niemals um eine Person allein, sondern immer darum, wie diese mit einem ganzen „System“ zusammenhänge, erklärt Gebert-Riess. „Oft beobachte ich, dass der Einzelne denkt: So wie ich das mache, ist es normal. Doch den anderen so zu verändern, wie man es selbst gerne hätte, das klappt nicht“, so die Expertin. „Jeder hat seine ganz eigene Art und Weise, Liebe und Zuneigung zu zeigen.“ Der amerikanische Paar-Berater Gary Chapman habe fünf verschiedene Kanäle, fünf Sprachen der Liebe, beschrieben, erklärt die Ottobrunnerin: Ein Partner zeige seine Zuneigung, indem er oft Lob und Anerkennung ausspreche, ein anderer lege viel Wert auf Zweisamkeit, während ein Dritter gerne Geschenke mache. Indem sie hilfsbereit seien, zeigen andere ihre Liebe, für manche sei Zärtlichkeit das A und O. Am Anfang einer Beziehung seien meist noch all diese Kanäle wichtig, im Laufe der Zeit favorisieren Partner eine oder zwei dieser Sprachen. Und die Partner setzen durchaus unterschiedlich Prioritäten. „Die Kunst besteht nun darin, dem Partner Liebe in einer Sprache zu zeigen, die der andere versteht. Und gleichzeitig herauszufinden, ob der Partner beispielsweise eher ein Zweisamkeits- oder Zärtlichkeitstyp sei“, sagt Gebert-Riess. Wie können Paare eine gemeinsame Sprache der Liebe finden? „Es ist ganz wichtig, dass man einander aktiv zuhört, ohne sich dabei zum Beispiel vom Handy ablenken zu lassen. Bei einem Gespräch sollte man dem Partner in die Augen sehen und rückmelden, welche Gefühle seine Aussagen bei einem auslösen“, rät die Therapeutin. Es gäbe immer verschiedene Ebenen einer Botschaft, dessen sollte man sich bewusst sein: „Nicht alles, was man hört, ist so, wie der andere es gemeint hat.“ Überdies gehe es um die sogenannte Ich-Botschaft: „Wenn mich an meinem Partner stört, dass er zu viel Zeit am Computer verbringt, dann sollte ich meine Unzufriedenheit mit dieser Situation auch so äußern, dass ich mein Bedürfnis nach mehr gemeinsamer Zeit erwähne. Anstatt ,Du sitzt so viel am Computer‘ sagt man besser ,Ich möchte mehr Zeit mir dir verbringen‘.“ Die Anforderungen des Einzelnen an eine Beziehung seien heutzutage hoch, weiß die Paar-Expertin. Viele hätten eine innere Checkliste, wie sich der perfekte Partner verhalten solle. Doch zu einer guten Paar-Beziehung gehöre eben auch, dass man bereit sei, an sich selbst zu arbeiten und den Partner nicht nur mit Kritik oder Eigenschafts-Zuweisungen zu konfrontieren, so Gebert-Riess. Und um an sich und an der Beziehung etwas zu ändern, sei es nie zu spät — oder zu früh. „Mein ältester Klient, der sich zu seiner Beziehung beraten ließ, war 87 Jahre, die Jüngste 17 Jahre alt.“

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