Maibaum zurück in Trudering

Unterbrunner Burschen: Galante Diebe

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Der Truderinger Maibaum nach seiner Ankunft in der Heimat. Die Unterbrunner Diebe hatten ihn netterweise sogar bearbeitet.

Er ist wieder da! In der Nacht zum Dienstag hat die Unterbrunner Burschenschaft den Truderinger Maibaum zurückgebracht. Die berühmt-berüchtigten Maibaumdiebe hatten das Prachtstück vor einer Woche aus dem Festring-Stadel an der Feldbergstraße gestohlen.

Maibaumwache ohne Maibaum – die Truderinger Schützengesellschaft Gemütlichkeit trat ihren Wachdienst am Montagabend an, obwohl das Objekt der Aufmerksamkeit gar nicht vor Ort war. Der Maibaumrohling lag um 19 Uhr noch in Unterbrunn bei Gauting, wohin die Diebe ihn vor einer Woche in einer Nacht- und Nebelaktion gebracht hatten. Eigentlich hätte der Baum schon seit Tagen zurück in Trudering sein sollen, doch es gab Probleme mit der Transportgenehmigung. In trockenen Tüchern war alles dann am letzten Montag, kurz nach Mitternacht lag das 27 Meter hohe Traditionsstangerl dann aber doch wieder wohlverwahrt im Festring-Stadel und die Aufpasser von der „Gemütlichkeit“ durften sich über eine nicht alltägliche Maibaumwache freuen.

Truderings Oberbua Franz Risch allerdings konnte den Maibaum diesmal nicht selbst in Empfang nehmen. Tochter Franziska schlug sich deshalb die Nacht um die Ohren und war voll des Lobs, weil die Unterbrunner Burschen den Maibaum nicht nur gestohlen, sondern auch daran gearbeitet hatten: „Er ist wunderschön gehobelt und geschliffen! So glatt war, glaub ich, noch keiner unserer Maibäume!“

Weil die Truderinger wegen des Klaus heftig in Zeitverzug gekommen waren, hatten die Unterbrunner zugesagt, den Rohling weiter zu bearbeiten. Was als Auslöse ausgehandelt wurde, mochte Franz Risch nicht verraten, denn „ein bisserl eine Mystik um den Maibaum muss schon sein“. Auf alle Fälle werden Diebe und Bestohlene gemeinsam feiern, das ist gewiss.

Weil das Traditionsstangerl nun wieder daheim angekommen und blitzblank geschliffen ist, kann der Maler anrücken und die weiß-blauen Streifen auf den glatten Stamm pinseln. Den werden die Truderinger bis zur Aufstellung am 1. Mai ganz sicher nicht mehr aus den Augen lassen. Und sie werden sich an das erinnern, was der verstorbene ehemalige Vorsitzende des Festrings, Helmi Risch, einmal sagte: „Nur wenn der Baum gestohlen wurde, schaut er richtig in den Himmel rauf!“

Gabriele Mühlthaler

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