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Unfall auf der Wasserburger Landstraße vom 16. September 2017

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Drei Menschen starben vor einem Jahr nach dem schrecklichen Unfall.
Drei Menschen starben vor einem Jahr nach dem schrecklichen Unfall. © Archiv

Lange haben die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gedauert, jetzt hat sie nach dem tödlichen Unfall in Trudering vor knapp einem Jahr Anklage erhoben: Wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung.

Mehr als zehn Monate sind vergangen, seit ein Fahrer seinen BMW X5 an einer roten Ampel ungebremst in einen Opel Corsa krachen ließ. Mit 128 km/h. Die drei Insassen des Corsas im Alter zwischen 29 und 36 Jahren starben an den Folgen des Unfalls. Der Fahrer des BMW wurde nur leicht verletzt. Bis heute äußerte er sich nicht dazu, warum er an einem frühen Abend derart schnell inner- orts unterwegs war. Auch die Staatsanwaltschaft ist dieser Frage im Laufe der langen Ermittlungen nicht näher gekommen. Obwohl alles versucht wurde.

„Wir haben die Nadel im Heuhaufen gesucht, ob es nicht doch ein technisches Versagen gegeben hat. Durch die vermehrte Technik in den Autos gab es eine ganze Reihe von Ansätzen und wir haben in alle Richtungen ermittelt – ohne Ergebnis“, erklärte Oberstaatsanwältin Anna Leiding gegenüber HALLO. Sogar mit einer Drohne wurde die Unfallstelle damals vermessen.

Trotzdem wurde nichts gefunden, was den Fahrer irgendwie entlasten würde. Dementsprechend umfangreich fällt dann auch die Anklage aus: Fahrlässige Tötung in drei Fällen, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung. Der Opel war damals 100 Meter weit über die Kreuzung geschleudert worden und in Brand geraten. Auch die schnelle Hilfe von Anwohnern und durch die Feuerwehr kam zu spät.

Der schreckliche Unfall lässt viele Anwohner in der Nähe der Unglücksstelle (Wasserburger Landstraße/Jagdhornstraße) bis heute nicht los. Im Bezirksausschuss wurde bereits diskutiert, ob den Opfern in Form einer Gedenktafel gedacht werden könne. Und auch die HALLO-Redaktion erhielt immer wieder Nachfragen, was vor allem aus dem Unfallverursacher geworden ist. Dieses öffentliche Interesse ist auch ein Grund, warum das Verfahren von einem Schöffengericht verhandelt wird (Kasten unten). Eine Praxis, die bei Straffällen von besonderer Bedeutung angewendet wird. Wann der Prozess vor dem Amtsgericht beginnen wird, wurde noch nicht festgelegt. Die Verhandlung wird in jedem Fall öffentlich sein.

Marco Heinrich

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Über 60.000 Schöffen gibt es in Deutschland. Sie sind den professionellen Richtern gleichgestellt und sollen dafür sorgen, dass Urteile nicht nur in Namen des Volkes ausgesprochen werden, sondern unter Beteiligung des Volkes. Bürger haben die Möglichkeit, sich selbst als Schöffe zu bewerben oder andere geeignete Personen vorzuschlagen.

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