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Zu viele offene Fragen

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Die Unnützwiese soll entlang der Bajuwarenstraße mit Wohnungen bebaut werden. Laut Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler soll jedoch kein "Riegel" entstehen, sondern zwei bis drei Baukörper mit rund 50 Wohnungen. © kn

Der Truderinger Bezirksausschuss (BA) hat sich zu einer Sondersitzung getroffen. Einziges Thema: die vom Stadtrat im Sommer beschlossene Bebauung der Unnützwiese. Die Unterstützer der Bürgerinitiative „Rettet die Unnützwiese“ forderten dabei erneut den Stopp der Planungen. Die BA-Mitglieder versuchten dagegen, die Gemüter zu beruhigen und grassierende „Verschwörungstheorien“ zu zerstreuen.

Stadtrat Ingo Mittermaier (SPD) sprach von „Verschwörungstheorien“, sein Kollege Herbert Danner (Grüne) witterte „ein bissl Stimmung gegen die Verwaltung, was mir nicht besonders gut gefällt“. Und BA-Vorsitzender Otto Steinberger (CSU) erinnerte im Lauf der Sitzung immer wieder daran, doch bitte die demokratischen Regeln zu respektieren. Zu heftig und zu unsachlich kamen ihm die teils sehr emotional vorgetragenen Vorwürfe der Vertreter der Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Unnützwiese“ daher. Tatsächlich kämpften die BI-Vertreter erneut vehement um den Erhalt ihrer Grün- fläche. Die Bebauung eines Streifens entlang der Bajuwarenstraße, der mittels drei bis fünf zweigeschossiger Einzelbaukörper erfolgen soll, wollen sie weiterhin unbedingt verhindern. Der Stadtrat habe den Beschluss „mit heißer Nadel“ gestrickt; die Stadträte hätten zu wenig Zeit gehabt, sich mit dem Thema zu befassen; das Grundstück sei laut Flächennutzungsplan eine Grünfläche und dürfe überhaupt nicht bebaut werden; überhaupt, so formulierte es beispielsweise BI-Mitglied Günter Menzel, sei das ganze Vorhaben „ein Stück weit Wild West: Da wurden alle Regeln, die irgendwann mal galten, außer Gefecht gesetzt!“

Die anwesenden Stadträte wollten dies so nicht stehen lassen. Sie hätten sehr wohl gewusst, worüber sie abstimmten. Gleichwohl sei es von der Stadtverwaltung natürlich clever gewesen, gleich zehn, über ganz München verteilte Flächen für „Wohnen für Alle“-Projekte zur Abstimmung zu stellen: „Der Regionalproporz spielte so keine Rolle“, berichtete Herbert Danner. Alle hätten vielmehr an einem Strang gezogen und Stadtteil-übergreifend Solidarität gezeigt. Stadtrat Sebastian Schall (CSU) erinnerte daran, dass er und seine beiden Truderinger Stadtratskollegen immerhin erreicht hätten, dass nur ein Teil der Wiese bebaut würde – und nicht, wie ursprünglich geplant, die gesamte Fläche. Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler erklärte im Rahmen der Sitzung, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben zu wollen, deren Ergebnisse in einer Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag, 24. Januar, vorgestellt würden. Dann erst könne er Details zur Bebauung der Fläche verkünden. Noch habe die Übertragung des Grundstücks nicht stattgefunden, weshalb er auch noch nicht wisse, „welchen Teil wir überhaupt bebauen dürfen“. Am Ende der knapp dreistündigen Sitzung konnten die BI-Vertreter immerhin einen kleinen Erfolg erringen. Der BA entschied sich einstimmig dafür, die Bürgerinfoveranstaltung am 24. Januar abzuwarten, und erst danach eine offizielle Stellungnahme zu den Planungen an die Stadt zu schicken. Es gebe noch zu viele offene Fragen, hieß es einhellig. Die BI gewinnt dadurch Zeit, ihr Bürgerbegehren „Grünflächen erhalten“, das für ganz München gelten soll, zum Anlaufen zu bringen. 2000 Münchner hätten in den vergangenen beiden Wochen bereits unterschrieben, erklärte BI-Sprecher Stefan Hofmeir. Und an den BA gewandt kündigte Günter Menzel an: „Seien Sie sich sicher: Wir werden alles tun, dass es einen Bürgerentscheid gibt!“

Horst-Salzmann-Weg

Auch am Horst-Salzmann-Weg wird gefördertes Wohnen entstehen. Dies bestätigte Thomas Haser vom städtischen Planungsreferat im Rahmen der BA-Sondersitzung zur Unnützwiese. Demnach „gibt die Stadt das Grundstück erheblich verbilligt“ an einen privaten Investor ab, der im Gegenzug die Wohnungen dann zu günstigen Mieten anbieten kann.

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