Mehr politisches Gewicht für Kinder

Truderings Kinderbeauftragter Frank Eßmann hat einen Plan

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Kinder (und Jugendliche) wollen aktiv mitgestalten – bekommen sie die Chance dazu?

Truderings Kinderbeauftragter Frank Eßmann findet, dass Kinder und Jugendliche in Bezug auf ihr politisches Gewicht in München noch reichlich schmalbrüstig daherkommen. Das will er mit der Umsetzung seines Planes in naher Zukunft ändern.

„Es gibt in der Stadt alle möglichen Einrichtungen und Institutionen für Kinder und Jugendliche. Aber es gibt bislang niemanden, der die Ideen und Projekte zentral bündelt und vorantreibt“, erklärt Eßmann. Innerhalb der Stadt existiert derzeit das Büro der städtischen Kinderbeauftragten, eine Koordinierungsstelle für die Kinder- und Jugendbeauftragten der 25 Stadtteile. Doch eine Position mit politischer Entscheidungskompetenz und vielleicht sogar einem eigenen Budget gibt es in diesem Büro nicht. Genau das will Eßmann mit den Kinderbeauftragten der anderen Bezirke ändern.

„Es gibt derzeit noch viele Projekte, gerade von Kindern und Jugendlichen angestoßene, die bislang in der Verwaltung scheitern“, weiß Eßmann. Und selbst wenn der Zug durch das dichte Geflecht der Bürokratie funktioniert, dauert es mit der Umsetzung oft extrem lang: Von der Idee eines Spielplatzes bis zu seiner Verwirklichung können schon mal fünf Jahre oder mehr vergehen. Was bedeutet, dass Jugendliche nur selten Ideen für sich selbst entwickeln, sondern meist für die nächste Generation. Gäbe es einen zentralen Ansprechpartner für ihre Belange in München, könnte sich das ändern. Genau das will Eßmann erreichen. Auf der nächsten Sitzung der Kinderbeauftragten am 13. November soll eine gemeinsame Erklärung verabschiedet werden. Dann geht der Plan durch die Bezirksausschüsse und letztlich in den Stadtrat.

Auch in seinem eigenen Bezirk will Eßmann die Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche steigern, Einfluss zu nehmen. „In Pasing und Neuaubing gibt es bereits ein regelmäßiges Kinder- und Jugendforum, bei dem Heranwachsende bis zu 14 Jahren Ideen einbringen können, wie ihr Viertel noch schöner werden kann. So etwas will ich auch in Trudering ins Leben rufen“, blickt Eßmann in die Zukunft. Besser: in die nahe Zukunft. Denn zum ersten Mal könnte solch ein Forum schon im Februar oder März 2018 stattfinden. „Vielleicht gelingt es sogar, ein eigenes Budget bereitzustellen, um Projekte bis 500 Euro sehr kurzfristig und ohne große bürokratische Hürden umsetzen zu können.“ 

Marco Heinrich

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