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Männer, Freundschaft und ein bisserl Bier

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Mitglieder des „Stammtisches Obermaier“ treffen sich seit 38 Jahren. Der Name stammt übrigens vom ersten Stammlokal der Runde; mittlerweile trifft man sich im Lindengarten. Hier unternahm die Runde einen Ausflug nach Linz (von links): Michi Hobelsberger, Rudi Kaiser, Klaus Haulitschek, Heini Köppl, Franz Sanner (hinten), Franz Hutterer, Hans Aigner, Heinz Hallermaier (hinten), Walter Zenker und Hans Schneider.
Mitglieder des „Stammtisches Obermaier“ treffen sich seit 38 Jahren. Der Name stammt übrigens vom ersten Stammlokal der Runde; mittlerweile trifft man sich im Lindengarten. Hier unternahm die Runde einen Ausflug nach Linz (von links): Michi Hobelsberger, Rudi Kaiser, Klaus Haulitschek, Heini Köppl, Franz Sanner (hinten), Franz Hutterer, Hans Aigner, Heinz Hallermaier (hinten), Walter Zenker und Hans Schneider. © oh

Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder des „Stammtisches Obermaier“ – seit nunmehr 38 Jahren! Noch nie ist ein Treffen ausgefallen, jetzt steht ein großes Jubiläum an. Zum 1000. Treffen hat sich HALLO mit Stammtisch-Mitglied Franz Hutterer unterhalten und dabei versucht herauszufinden, was den besonderen Reiz seiner Runde ausmacht.

Wer denkt, dass Stammtisch-Mitglied-Sein immer nur Gaudi bedeutet, ist falsch gewickelt. Beim „Stammtisch Obermaier“ gelten strenge Regeln. Es darf nicht gekartelt werden! Und Frauen sind schon gar nicht erlaubt! Mitglied wird außerdem nur, wenn ein Platz in dem auf 13 Mann limitierten Kreis frei wird, sich der Bewerber über mehrere Monate als passend erwiesen hat und die anderen Mitglieder einstimmig für seine Neuaufnahme sind. „Wir sind eben kein primitiver Saufstammtisch“, begründet Franz Hutterer die Regularien. Der Truderinger Hutterer selbst ist seit 37,5 Jahren Mitglied im „Stammtisch Obermaier“. Während sich Ende der 1970er-Jahre die Runde von Anfang 20-jährigen, früheren Schulkameraden zu einem Stammtisch formierte, hatte er noch eine Freundin und kein Interesse an der Männerrunde. Als ihm die Freundin aber den Laufpass gab, „da bin ich dazu“ – und seitdem treues Mitglied einer Riege, die sich seit seinem ersten Treffen am 19. Januar 1978 jeden zweiten Donnerstag Schlag 19 Uhr getroffen hat. Keine Naturkatastrophe, kein weltpolitisches Ereignis konnten bislang verhindern, dass der Stammtisch zusammenkam. „Selbst ein Weltuntergang würde uns nicht trennen“, betont Hutterer.

Da die Mitglieder bei jedem Treffen 5 Euro zahlen müssen und über diese Beiträge penibel Buch geführt wird, wissen die Mannen vom „Stammtisch Obermaier“ auch ganz genau, was in dieser Woche ansteht: ihr mittlerweile 1000. Treffen! Klar, dass dies entsprechend gefeiert werden soll. Neben einer Festschrift plant die Runde, deren Mitglieder heute zwischen 56 und 62 Jahre alt sind, wieder einen außergewöhnlichen Ausflug. Neben Trips nach Barcelona oder Berlin standen in den vergangenen Jahren auch schon Ziele wie die USA oder Kuba auf dem Programm der Männer. „Wir wollen eben einfach schöne Dinge miteinander erleben“, berichtet Hutterer.

Doch das eigentlich Schöne an seinem Stammtisch seien weder die Feiern noch die Ausflüge, betont der 60-Jährige. Ohne die Gespräche, die Gemeinschaft und das Wissen, dass man einander in jeder Notlage helfen würde, könne er sich sein Leben heute gar nicht mehr vorstellen. „Natürlich wird auch viel geratscht – zum Beispiel über Frauen“, gesteht Hutterer mit einem Augenzwinkern. Doch darüber hinaus würde auch politisiert und debattiert; zwei seiner Spezln hätten sich dabei sogar einmal so in die Haare gekriegt, dass sie zwei Monate kein Wort miteinander redeten. Bei einer Halben Bier (oder wahlweise einem alkoholfreien Getränk) habe man allerdings immer wieder zueinander gefunden. Aber haben sich die Ehefrauen bei der Männerfreundschaft nie vernachlässigt gefühlt, zumal ja eine der Stammtisch-Statuten explizit heißt: „Fluchd voa de Weibaleid“? „Nein“, betont Franz Hutterer. „Die haben einfach irgendwann ihren eigenen Stammtisch gegründet.“

zip

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