„Bahnstraße muss entlastet werden“

Truderinger Stadtrat Sebastian Schall will Einigung mit Gemeinde Haar

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Der Truderinger Stadtrat Sebastian Schall und seine Kollegen im Kommunalausschuss machen sich derzeit über Sinn und Unsinn einer Verbindungsstraße zwischen Trudering und Gronsdorf so ihre Gedanken.

Ein Straßendurchstich zwischen Gronsdorf und Schwablhofstraße soll nicht nur ein städtisches Grundstück am S-Bahnhof Gronsdorf erschließen, sondern auch die Truderinger Bahnstraße vom Durchgangsverkehr entlasten. Noch fehlt für den Bau der Tangente ein Grundstück, das die Eigentümerin gegen das alte Truderinger Rathaus tauschen will. Der Kommunalausschuss des Stadtrats möchte von der Verwaltung nun wissen, ob der Deal für Stadt und Bahnstraße überhaupt etwas bringt?

Eine komplizierte Gemengelage gilt es zu entwirren, um eine seit langer Zeit geplante Tangente zwischen Schwablhof- und Gronsdorfer Schneiderhofstraße zu bauen. Dort besitzt die Stadt ein großes Areal, das sie laut Gemeinde Haar nur bebauen darf, wenn die neue Straße in trockenen Tüchern ist. Die soll zudem – so verspricht es die Stadt den Anwohnern seit Jahren – die kleine Truderinger Bahnstraße vom Durchgangsverkehr entlasten, der vor allem wegen der Kies- und Betonlaster stört, die zwischen einem Salmdorfer Quetschwerk und der B304 verkehren.

Für die Entlastungsstraße durch das wilde Gewerbegebiet Rappenweg fehlt der Stadt aber ein Grundstück, das sie im Tausch mit dem alten Truderinger Rathaus erwerben will (HALLO berichtete). Falls das klappt, müssten Freiwillige Feuerwehr und BRK ausziehen. Am geplanten Ersatzstandort für die Floriansjünger an der Bajuwarenstraße wiederum wäre der Abriss eines städtischen Anwesens nötig. Seit Jahren laufen die Verhandlungen, Ende Juli steht die Angelegenheit nun auf der Tagesordnung der Stadtrats-Vollversammlung.

Drei Hektar des städtischen Grundstücks in Gronsdorf möchte der Landkreis für einen Schulcampus aus FOS/BOS/Real- und Pflegeschule für rund 2000 Schüler und Lehrer von der Stadt kaufen, auch darüber wird noch verhandelt. Wird der Campus gebaut, gibt es zusätzlichen Verkehr. Das hat der Landkreis untersuchen lassen. Verkehrsgutachter Heinz Harbauer geht davon aus, dass es vor allem an der Einmündung der Bahnstraße zur B304 erhebliche Probleme geben werde, „weil die Kreuzung es nicht mehr packt“.

„Brauchen wir die Tangente überhaupt?“ 

Der Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats hatte den Grundstückstausch daher nun wieder einmal auf der Tagesordnung und machte sich über Sinn und Unsinn der Sache so seine Gedanken: Reicht das Gronsdorfer Areal mit Campus überhaupt noch für nennenswerten Wohnungsbau? Braucht es dann die Tangente überhaupt? „Wir haben Kommunal- und Planungsreferat beauftragt, ein Strukturkonzept zu erstellen. Das ist erforderlich, um einem Tausch zustimmen zu können“, erklärte der Truderinger Stadtrat Sebastian Schall (CSU) im Gespräch mit HALLO. „Die Bahnstraße muss beim Bau der Tangente entlastet werden, es müssen Aussagen darüber getroffen werden, ob dort Schwerlastverkehr fahren soll!“

Wie berichtet, hatte Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) erklärt, das sei nicht gewünscht. „Wichtig ist mir, dass die Feuerwehr ordentlich unterkommt und auch das BRK. Und sehr wichtig ist mir, dass es für die Bahnstraße Verbesserungen gibt. Wir haben Kommunal- und Planungsreferat beauftragt, sich mit Haar zusammenzusetzen und zu eruieren, ob es eine Lösung gibt“, so Schall. Eine Verbindungsstraße fürs Kieswerk müsse auch auf Haarer Flur möglich sein, findet er.

Ende Juli wird sich die Stadtrats-Vollversammlung mit der Angelegenheit befassen.

Gabriele Mühlthaler

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