Abnicken will die Berliner Entscheidung niemand

Truderinger Spange und Truderinger Kurve

Schon lange kämpfen die betroffenen Anwohner in Trudering darum, Teil des Entscheidungsprozesses zu werden.
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Schon lange kämpfen die betroffenen Anwohner in Trudering darum, Teil des Entscheidungsprozesses zu werden.

Trudering – Andreas Scheuer hat momentan andere Probleme. Der Bundesverkehrsminister musste sich gerade erst von 23.30 bis 4.20 Uhr morgens (!) vor dem Maut-Untersuchungsausschuss rechtfertigen. Doch auch andere Menschen haben schlaflose Nächte. Manche Truderinger sogar wegen der Politik von Andreas Scheuer; zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Ausbau der Truderinger Kurve. Jetzt wird der politische Gegenwind stärker.

Die Tatsache, dass die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien zu verschiedenen Trassenverläufen direkt von der Bahn ans Bundesverkehrsministerium gingen, ohne dass die Öffentlichkeit einbezogen wurde, führte bereits zu Unverständnis (HALLO berichtet). Jetzt wurde immerhin der Stadtrat informiert – allerdings offensichtlich, nachdem eine Entscheidung für eine der Varianten bereits getroffen ist. Am heutigen Mittwoch befasst sich der Planungsausschuss mit der Angelegenheit. Einfach nur abnicken will dort niemand die Entscheidung aus Berlin. Und der Bezirksausschuss Trudering-Riem ist verärgert, dass er anscheinend überhaupt keine Rolle im Entscheidungsfindungsprozess spielen soll.

„Die Bahn will groß denken, die Bundesrepublik Deutschland, die Republiken Österreich und

Italien haben sich verständigt, den Güterverkehr auf der Straße zu verringern und sind dafür, extra einen Tunnel durch die Alpen zu graben. Und was passiert in München? Nach Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels soll der gesamte nordeuropäische Güterverkehr, der mit München nichts zu tun hat, mit 100 km/h durch Bogenhausen, Daglfing und Trudering gepresst werden“, erklärt BA-Vorsitzender Stefan Ziegler. Ihm geht es nicht nur um die Art und Weise, wie die Entscheidung getroffen wurde, sondern auch um die Entscheidung selbst. „Der BA 15 und die CSU-Stadtratsfraktion haben eine Machbarkeitsstudie gefordert, nach der geprüft werden soll, ob der Bahnverkehr, der weder seinen Quell- noch Zielort in München hat, über eine Umgehungstrasse entlang der A99 geführt werden kann. Der BA 15 hält an dieser Forderung fest und fordert alle Entscheidungsträger bei Stadt, Freistaat und Bund auf, den Ansatz umgehend durch eine Machbarkeitsstudie aufzugreifen“, sagt Ziegler.

Auch Georg Kronawitter (CSU) kann nur den Kopf schütteln: „Da steht eine Jahrhundertentscheidung an und die betroffenen Bezirksausschüsse werden noch nicht einmal richtig angehört. Durchgangsgüterzüge müssen um München herum und nicht hindurch geführt werden. Punktum.“ Und Herbert Danner (Grüne) ergänzt: „Ein Minimalschutz der Anwohnerschaft ist nicht hinnehmbar.“

Marco Heinrich

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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