Bildende Kunst im Dialog

Die Truderinger Kunst-Tage von 14. bis 17. April im Kulturzentrum Trudering

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Eine Skulptur des jungen Bildhauers Philipp Liehr. Dessen Werk ist auf den Kunst-Tagen in Trudering zu sehen.

Am Donnerstag, 13. April um 19 Uhr eröffnet Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers feierlich die zehnten Kunst-Tage im Kulturzentrum Trudering. Über die Osterfeiertage können die Besucher dann die Werke von 29 verschiedenen Künstlern entdecken. Der Eintritt ist frei.

Zum zehnten Mal jährt sich das erfolgreiche Kunstkonzept im Münchner Osten: 23 ausgewählte Künstler bespielen die Innenräume des Kulturzen- trums Trudering an der Wasserburger Landstraße 32, zusätzlich erstmals auch fünf Künstler den Außenraum. Die Aussteller sind die ganze Dauer der Kunst-Tage anwesend, um mit den Besuchern über ihre Arbeiten zu diskutieren. So kann das interessierte Publikum viel über künstlerische Techniken und Inspirationsquellen zu erfahren. Angeregt werden diese Gespräche auch dadurch, dass die Besucher über den Publikumspreis abstimmen dürfen. Gleich drei Preise stiftet die BMW Automag, die mit 700, 500 und 400 Euro dotiert sind.

Bei der Auswahl der Aussteller haben die Juroren darauf geachtet, Vielfalt und gegensätzliche künstlerische Positionen zu präsentieren. Es gibt fast meditative Malerei, kraftvolle Portraits und irritierende Fotografien. Aber gerade auch Skulpturen und dreidimensionale Objekte sind in der Jubiläumsausgabe der Truderinger Kunst-Tage stark vertreten. Erstmals werden auch Kunstwerke im Außenbereich des Kulturzentrums zu bestaunen sein. Darunter ein acht mal acht Meter großes Banner an der Fassade hin zur Wasserburger Landstraße von der Münchner Künstlerin Corinna Naumann. Ebenfalls im Außenbereich wird ein besonderes Objekt zu sehen sein, die „poetische Litfaßsäule“. Mit diesem Kunstwerk lädt die Giesinger Designerin Katharina Schweissguth die Besucher ein, selbst kreativ zu werden. Sie können eigene poetische Gedanken auf die Säule schreiben, zeichnen oder anheften. Seit über drei Jahren sammelt die Künstlerin mit den verschiedensten Aktionen Gedichte von Münchner Bürgern und bringt diese mit Vorlese- und Kunstaktionen an die Öffentlichkeit.

Im Foyer des Kulturzentrums wird Alzbeta Müller ausstellen. Sie hat in Prag Grafik und Malerei studiert und präsentiert großformatige, kraftvolle Portraits. Sie zeigen den Menschen als Individuum mit seinen spezifischen Emotionen. Die Arbeiten sind flächig angelegt. Mit groben Strichen, oft kombiniert mit Zeichnungen, arbeitet sie die Charakteristika der porträtierten Person heraus.

Skulpturen gibt es auch im Innenraum des Kulturzentrums zu sehen, so zum Beispiel von dem jungen Bildhauer Philipp Liehr. Er lässt sich inspirieren von Szenen, in denen viele Menschen emotionsgeladen zusammenkommen: auf Bahnhöfen, an Theaterausgängen oder Sportstätten. Die Gefühle, die sich dabei bei ihm selbst einstellen, hält er in schnellen Skizzen fest, auf deren Basis er direkt seine Skulpturen fertigt, ohne vorher Modelle aus Ton oder Gips zu erstellen. Bei seinen Skulpturen muss der Betrachter schon genauer hinschauen, es sind kleine präzise ausgearbeitete Figuren. So misst eine seiner Figuren, der „Iron Man“, nur 12 Zentimeter. Eine andere Technik präsentiert Claudia Hölzel, nämlich textile Kunst. Die vielfach mit Kunstpreisen ausgezeichnete Fränkin trägt farbige Stoffe mit unsichtbaren Nähten auf die Leinwand auf. Sie arbeitet dabei mit feinsten Farbabstufungen und mit den unterschiedlichsten Stoffstrukturen: Vom feinsten Organza bis zum schweren Möbelstoff, von selbstgefärbten Naturfaserstoffen bis zum synthetischen Kunstleder.

Berührend sind die Fotoarbeiten der Österreicherin Brigitta-Maria Lankowitz. Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer beschäftigt sie seit langem. Bei den tausenden dort ertrunkenen Flüchtlingen gewinnt ihre Fotoserie „Lampedusa“ traurige Aktualität. Die Fotografien vermitteln in erschütternder Eindringlichkeit die Sehnsucht der Flüchtlinge aus Afrika und gleichzeitig die Vergeblichkeit ihrer Hoffnung. Ein den Truderinger bereits vertrauter Bildhauer ist Peter Schwenk. 2011 hat er mit seiner „Erzählkugel“ den Publikumspreis gewonnen. Die silberne Skulptur konnte mithilfe des BA angekauft werden und prägt seitdem den Eingang des Kulturzentrums. Diesmal zeigt Peter Schwenk eine neue, hoch aufstrebende Komposition. In einer Art Turm scheinen die vielen Kugeln in tänzerischer Spannung nach einem neuen Gleichgewicht zu suchen.

Die Vernissage findet an diesem Donnerstag, 13. April, um 19 Uhr statt, die Eröffnungsrede hält Dr. Hans-Georg Küppers. Die Kunst-Tage sind dann über die Ostertage von Karfreitag, 14., bis Montag, 17. April, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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