Mehrheit gegen Miehle

Truderinger BA diskutiert über Parkgebühren an Bahnhöfen

1 Euro pro Tag kostet das Parken am Truderinger Bahnhof. Daran soll sich auch so schnell nichts ändern.
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1 Euro pro Tag kostet das Parken am Truderinger Bahnhof. Daran soll sich auch so schnell nichts ändern.

Weniger Parker in Wohnstraßen gäbe es nach Ansicht von Magdalena Miehle (CSU), wenn die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG)auf den P+R-Plätzen keine Gebühren verlangen würde. Miehles Idee daher: Die MVG refinanziert das kostenlose Parken durch einen Aufschlag auf die Ticketpreise. Der Bezirksausschuss lehnte allerdings ab.

Die MVG solle zusammen mit den Betreiberfirmen der P+R-Parkplätze und dem MVV ausloten, „wie eine Möglichkeit geschaffen wird, die Parkgebühr von einem Euro pro Tag direkt in die MVV-Tickets einzupreisen“, forderte Magdalena Miehle in der jüngsten Sitzung des Truderinger Bezirksausschusses. Beispiele, wo so etwas funktioniere, gebe es genügend, erklärte die CSU-Frau – und verwies auf die „vorbildliche Kooperation“ der Bayerischen Staatstheater mit MVG und MVV: Dabei können die Theaterbesucher ihre Eintrittskarte am Tag der Vorstellung auch als Fahrausweis benutzen.

Im flächenmäßig mit Busverbindungen unterversorgten Trudering, so Miehle weiter, seien viele Bürger darauf angewiesen, mit dem Auto zu S- oder U-Bahn-Halt zu fahren, wenn sie umweltfreundlich zur Innenstadt wollten. Den Euro Parkgebühr würden sie daher zu vermeiden versuchen. „Daraus resultiert ein Parkdruck an ÖPNV-Knotenpunkten zu Lasten der direkten Anwohner“, glaubt das BA-Mitglied. Die finanzielle Hemmschwelle entfalle, wenn die Parkgebühr im Ticketpreis enthalten sei.

Im Plenum stieß Magdalena Miehle mit ihrem Vorschlag jedoch auf wenig Gegenliebe: Gerhard Fuchs (SPD) erklärte, die Parkgebühr sei bereits durch die Ticketpreise subventioniert, und Julia Hentschel (FW) stellte klar: „Der Euro ist eine Art Schutzgebühr, auch um Dauerparker fernzuhalten!“ Auch bei Herbert Danner (Grüne) kam Miehles Vorstoß schlecht an: „Das wäre die nächste Subventionierung des Autoverkehrs! Der Euro ist nicht kostendeckend. Demnächst geben wir dann noch einen Benzinkostenzuschuss“, schäumte der Grüne.

Georg Kronawitter (CSU) konnte diese Argumente zwar verstehen, plädierte dennoch für Zustimmung. Einerseits wolle die Stadt das Zentrum vom Individualverkehr entlasten, andererseits steige der Altersschnitt der Bevölkerung. Immer mehr ältere Leute müssten zur S-Bahn. Es gehe weniger um den gesparten Euro als um psychologische Aspekte in Zeiten der „Geiz-ist-geil-Mentalität“.

Probleme mit der Subventionierung der gut betuchten Autofahrer hatte allerdings auch Susan Beer (SPD): Die MVV-Tarife seien ohnedies nicht gerade günstig. In der Messestadt gebe es viele Kinder, die nie in die Innenstadt kämen, weil sich die Familien die Tickets nicht leisten könnten. „Ich sehe nicht ein, dass die Autofahrer entlastet werden und man das dann armen Familien auf Auge drückt“, so Beer. Mit großer Mehrheit lehnte der Bezirksausschuss Miehles Antrag daher ab.

Gabriele Mühlthaler

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