Bürger leiden unter der Untätigkeit!

Truderinger Bezirksausschuss stellt Grundstückstausch Rappenweg in Frage

Auf der Bahnstraße quetschen sich seit Jahren Autofahrer und Brummis aneinander vorbei. Für die Anwohner ist der Zustand eine Belastung. Der Bezirksausschuss will sich die „Tatenlosigkeit“ der Stadt nicht mehr gefallen lassen.
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Auf der Bahnstraße quetschen sich seit Jahren Autofahrer und Brummis aneinander vorbei. Für die Anwohner ist der Zustand eine Belastung. Der Bezirksausschuss will sich die „Tatenlosigkeit“ der Stadt nicht mehr gefallen lassen.

In Sachen Verkehrsberuhigung der Truderinger Bahnstraße ist keine Lösung in Sicht. Dafür gibt es zwei schwerwiegende Gründe: Zum einen sind Tauschverhandlungen für ein Schlüsselgrundstück zur Realisierung einer Entlastungstangente durchs wilde Gewerbegebiet Rappenweg noch nicht abgeschlossen; zum anderen soll laut Willen der Gemeinde Haar dort kein Schwerlastverkehr fahren. Dem Truderinger Bezirksausschuss reicht es jetzt!

Wie berichtet, verhandelt die Stadt seit langem über den Tausch des alten Truderinger Rathauses gegen ein Schlüsselgrundstück im wilden Gewerbegebiet Rappenweg, ohne das eine Tangente zwischen der Gronsdorfer Schneiderhof- und der Truderinger Schwablhofstraße nicht gebaut werden kann.

Obwohl der Tausch nicht in trockenen Tüchern ist, bereitet das Kommunalreferat bereits die Absiedelung der Freiwilligen Feuerwehr und des BRK von ihrem jetzigen Standort an der Bajuwarenstraße vor. Dafür sollen langjährige Mieter der von der Gewofag verwalteten Liegenschaft an der Bajuwarenstraße 136 ausziehen, das Haus anschließend abgerissen werden.

Weil der Grundstückstausch wohl nicht die gewünschte Entlastung der Bahnstraße bringen wird, durch die seit Jahrzehnte Schwerlaster eines Salmdorfer Quetschwerks zur B304 fahren, fordert der BA: Kommando zurück und Sinnhaftigkeit des Grundstückstauschs prüfen! „Der Tausch beruht auf dem Anschluss zwischen Rappenweg und Schneiderhofstraße zur Entlastung der Bahnstraße. Das ist wegen der Haarer Pläne zur Nordtangente und des von Haar gebauten Teilstücks jetzt nicht mehr möglich. Die Stadt soll den Tausch canceln und die Bahnstraße für Lkw über 7,5 Tonnen sperren“, erklärte Maren Salzmann-Brünjes (SPD) den Initiativantrag ihrer Fraktion auf der jüngsten BA-Sitzung. Haar verhindere die Anbindung und ohne den dann obsoleten Grundstückstausch könnten Feuerwehr und BRK an ihrem Standort bleiben. BA-Chef Otto Steinberger (CSU) wies darauf hin, dass die Entlastungstangente primär zur Erschließung des städtischen Areals – gut 13 Hektar – in Gronsdorf verfolgt werde, wo die Stadt bauen wolle. Herbert Danner (Grüne) erklärte: „Wir tragen den Antrag mit!“ Nur Stephanie Bachhuber (FDP) verstand die Aufregung um das Tauschgeschäft nicht: „Das Rathaus verfällt mehr und mehr, die Stadt hat nie was gemacht. Jetzt könnte von Privat was passieren und wir lehnen das ab, schade!“ Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium dem SPD-Antrag zu.

Unisono beschloss der BA auch, seine Forderung nach Sperrung von Bahn- und Adlerstraße für Schwerlastverkehr aufrecht zu erhalten, was er im April gefordert hatte. Die ablehnende Antwort der Stadt allerdings überzeugte das Gremium nicht. Eine Sperrung bedeute für die Laster 5,9 Kilometer Umweg und nicht 14, wie das KVR schreibe. Die Referate legten ausführlich dar, warum sie gegen eine Sperrung seien, erklärte Antragsteller Stefan Ziegler (CSU): „Vergessen wird darüber, dass die Bürger seit vielen Jahren unter der Tatenlosigkeit – insbesondere der Münchner Referate – und der Gleichgültigkeit der Gemeinde Haar leiden!“ Dass eine Lkw-Sperre der Bahnstraße rechtmäßig sei, könne man einem Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Mainz entnehmen. „Die Situation an der Bahnstraße entspricht dem vom VG Mainz entschiedenen Fall“, so Ziegler. „Wir sollten die Antwort der Stadt nicht akzeptieren, über 40 Jahre lässt man die Bürger nun schon im Regen stehen!“ Einstimmig schloss sich der BA Zieglers Ausführungen an. 

Gabriele Mühlthaler

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