Truderinger Bezirksausschuss nicht einverstanden mit Plänen der Nachbargemeinde Haar zur Nordtangente

„Bahnstraße muss entlastet werden“

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Die Bahnstraße in Trudering leidet unter dem aus Gronsdorf herandonnernden Schwerlastverkehr.

Der Truderinger Bezirks- ausschuss sträubt sich gegen die Pläne der Gemeinde Haar, die Schneiderhofstraße langfristig vom künftigen Durchstich Rappenweg zur Schwablhofstraße abzuhängen. Das Gremium besteht darauf, dass der Lkw-Verkehr aus der Scheiderhofstraße über den Rappenweg geleitet wird und so endlich Bahnstraße und Drosselweg entlastet werden.

„Haar first“, also Haar zuerst – unter diesem Motto ist die Verkehrsplanung im Bebauungsplan für den Teilbereich südlich der Herzogstandstraße und nördlich der Bahnlinie in Gronsdorf ausgelegt. Auf der Strecke bleibt dabei die Truderinger Bahnstraße, die seit Jahrzehnten unter Schwerlast- und anderem Verkehr aus Gronsdorf leidet. Der Truderinger Bezirksausschuss (BA) hat sich jetzt mit den Plänen befasst und sieht einigen Klärungsbedarf!

Gegen die Spange Nord hat das Gremium nichts, hält sie sogar für notwendig. Eine weitere Passage des Bebauungsplans aber gibt dem BA zu denken: „Langfristig ist die Aufhebung des temporären Anschlusses an die Schneiderhofstraße und ein gleichzeitiger Anschluss an die geplante Spange Haar Nord entlang der Bahnlinie geplant“, heißt es dort. Wie berichtet, soll der verlängerte Rappenweg laut Haarer Plänen die Schneiderhofstraße auf einer neuen Brücke queren. Der Bahnstraße würde das nichts nützen.

Der Truderinger Bezirksausschuss fordert deshalb, „bei geplanter Aufhebung des Anschlusses Schneiderhofstraße in jedem Fall eine Alternative als Nord-Süd-Anbindung von der Schneiderhofstraße zur Nordtangente herzustellen“. Beispielsweise könne diese Straße über das Entwicklungsgebiet östlich der Schneiderhofstraße laufen, so das Gremium. Zudem „besteht der BA auf einer nachhaltigen Führung des Lkw-Verkehrs aus der Schneiderhofstraße auf die Nordtangente und damit der Entlastung von Bahnstraße und Drosselweg“.

Nicht nur die Stadtteilpolitiker, sondern auch die Anwohner zweifeln, dass der geplante Straßenquerschnitt der Tangente von 6,50 Meter problemlos Lastwagen-Begegnungsverkehr verkraftet. Das Gremium verweist auf seinen Antrag vom Oktober 2016, in dem es fordert, interkommunale Kooperation konkret umzusetzen und frühzeitig die Weichen für die Entlastung der Bahnstraße zu stellen.

Herbert Danner (Grüne) erklärte: „Es war immer Geschäftsgrundlage, dass der Rappenweg-Durchstich Bahnstraße und Drosselweg entlasten muss!“ Es sei an der Zeit, sich mit der Haarer Bürgermeisterin und den Gemeinderäten zusammenzusetzen. Das allerdings sei nicht Sache des Bezirksausschusses, sondern der Stadtverwaltung, erklärte BA-Chef Otto Steinberger (CSU).

Laut Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD), die gegenüber HALLO betont hatte, es sei nicht vorgesehen, den Schwerlastverkehr über die Spange Nord zu führen, gab es bereits Gespräche mit Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk und Kommunalreferent Axel Markwardt. Bahnstraßen-Anwohner Matthias Hollandmoritz allerdings fürchtet, der Zug ist längst abgefahren: „Haar schafft nicht mehr änderbare Fakten. Die Zahlen im Verkehrsgutachten berücksichtigen nicht den geplanten Campus. Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Stadt weiter abwartet!“ Gabriele Mühlthaler

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