Grüne Idee gegen Raser

Truderinger Bezirksausschuss fordert Pflanztröge für Bahnstraße

+
In der Bahnstraße ist viel los. Pflanztröge sollen die Autofahrer nun zumindest ein wenig ausbremsen.

Zunehmender Verkehr, vor allem Schwerlaster von einem Salmdorfer Quetschwerk, belasten die kleine Truderinger Bahnstraße (HALLO berichtete). Weil seit mehr als 40 Jahren keine Besserung in Sicht ist, fordert der Truderinger Bezirksausschuss nun Pflanztröge, damit zumindest Schnellfahrer gebremst werden.

In Geduld üben müssen sich die Anwohner der Bahnstraße seit Jahrzehnten, denn Kieslaster aus Salmdorf müssen mangels Anschluss an die Wasserburger Landstraße im Bereich der Gemeinde Haar über diese Route zur B304 fahren. Die versprochene Entlastung durch eine Tangente über den Rappenweg scheitert bisher an einem fehlenden Grundstück, über dessen Erwerb sich Stadt und Eigentümer nicht einigen können. Weiterer Verkehr ist zu erwarten, denn der Landkreis plant einen Schulcampus in Gronsdorf und die Gemeinde Haar hat dort Baurecht für mehr als 100 Wohnungen und einen Supermarkt geschaffen. Für die Bahnstraße ist also statt Entlastung eine weitere Belastung in Sicht, was weder die Anwohner, noch der Truderinger Bezirksausschuss (BA) so einfach hinnehmen wollen. Lkw-Verbot, Aufhebung der Vorfahrtregel – mit keinem dieser Anträge hatte der BA bisher Erfolg. Auch wenn das Gremium weiter auf diese Regeländerungen beharrt, hätte es nichts gegen ein kurzfristig umsetzbare Verbesserung der Situation für die Anwohner. Neuartige und pflegeleichte Pflanztröge könnten für Begrünung und Verkehrsberuhigung sorgen. Die Grünen-Fraktion hat nun beantragt, solche in der Bahnstraße aufzustellen. „Die Beruhigung der Bahnstraße ist seit Jahren parteiübergreifendes Ziel, das grundsätzlich auch von der Stadtverwaltung unterstützt wird. Doch es tut sich seit zehn Jahres nichts und die Perspektiven für die nächsten Jahre, den Lkw-Verkehr einzudämmen oder zumindest zu angemessener Geschwindigkeit zu bringen, sind sehr ernüchternd“, so die Grünen in ihrer Antragsbegründung. Das Papier liest sich teilweise wie ein Werbeprospekt für das gewünschte Pflanzsystem, was die BA-Kollegen kritisierten. Herbert Danner (Grüne) verteidigte die detaillierte Beschreibung, da es sich ja um ein Pilotprojekt handle. Man werde den Antrag aber gerne überarbeiten, so dass er weniger einem Werbeprospekt gleiche. Damit war das Gremium zufrieden und stimmte unisono zu. 

Gabriele Mühlthaler

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare