Antrag im Gemeinderat Haar: Ein Spiegel, der das Sichtfeld von Lkw-Fahrer erweitert

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Truderings Mitte rund um die Eisinsel

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Hilft dem Kopfbau eine Feier gegen das Stadt-Desinteresse?

Trotz Nutzungskonzepten keine Sanierung des Riemer Kopfbaus

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Der Kopfbau ist das letzte öffentliche Baudenkmal der Riemer Flughafen-Ära.

Der Kopfbau ist das einzige erhaltene Gebäude des historischen Flughafens Riem. das noch in städtischer Hand ist. Nutzungskonzepte gibt es viele, doch keinen Willen der Stadt zu einer Sanierung.

Je mehr Kerzen auf dem Kuchen, desto weniger Lust am Geburtstag. Diese nie wissenschaftlich überprüfte Weisheit des Lebens ist für die Messestadt noch kein Problem. Gerade einmal 20 Jahre wird das Stadtviertel heuer alt. Ein Grund, ordentlich zu feiern. Und geht es nach Anwohnern und dem zuständigen Bezirks- ausschuss Trudering-Riem, müsste auch nach dem passenden Geschenk nicht lange gesucht werden: Eine umfassende Sanierung des Kopfbaus am ehemaligen Flughafen mit anschließender teilweiser Nutzung für Kultur und Bürger wünschen sich die Beteiligten schon seit Jahren. Unter dem Motto „KopfbauT 20:19“ soll das Haus nun im Zuge des Jubiläums für ein Kunstprojekt plus Ausstellung mit Beteiligung der Bewohner genutzt werden. Eine Gruppe um den Künstler Michael Lapper treibt die Idee mit viel Enthusiasmus voran. Bei der Stadt beeindruckt das allerdings niemanden.

„Der letzte Stand beim Kommunalreferat ist eine reine Sommernutzung für den Kopfbau. Und an die Geothermie soll er auch nicht angeschlossen werden. Es ist nimmer zu fassen“, ärgert sich nicht nur Herbert Danner (Grüne), der als Mitglied von Bezirksausschuss und Stadtrat gleich an zwei Fronten für den Kopfbau kämpft. „Seit drei Jahren wurde das Thema nicht mehr im Stadtrat behandelt. Die Stadt muss endlich Geld selber in die Hand nehmen und das Gebäude auf eigene Kosten sanieren“, fordert er. Bislang wurden nur wiederholt Fälle von Schimmelbefall behoben. Sonst wartet die Stadt offenbar darauf, dass ein großer Investor Interesse anmeldet und die Sanierung auf eigene Kosten übernimmt. Das Interesse einer Brauerei hatte sich aber vor einigen Jahren zerschlagen. Seitdem passiert mit dem historischen Gebäude nichts mehr.

Im Bezirksausschuss muss Danner nicht lange nach Mitstreitern suchen. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums sieht Georg Kronawitter (CSU) den Kopfbau ebenfalls schon seit langer Zeit als geradezu persönliche Angelegenheit. Trotzdem scheiterte Danner in der jüngsten BA-Sitzung seinem Antrag in Bezug auf den Kopfbau. Das lag allerdings weniger am Inhalt seiner Forderungen – sondern daran, dass ein in weiten Teilen gleicher Antrag erst vor wenigen Monaten angenommen wurde. Da sich die Stadtviertelpolitiker praktisch einig sind, ist daher viel interessanter, was am 30. April passieren wird. Dann steht das Thema beim Kommunalausschuss auf der Tagesordnung. Gefordert wird:

• Der Tribünen-Kopfbau soll noch im Frühjahr schimmelfrei saniert und eine bürgerchaftliche und kulturelle Nutzung ab Juni ermöglicht werden.

• Eine umfassende Sanierung soll spätestens im Oktober auf Kosten der Landeshauptstadt München vergeben werden. 

• Für eine ganzjährige Nutzung ist der Anschluss an das 50 Meter entfernte Geothermie-Fernwärmenetz notwendig.

„Der Tribünen-Kopfbau als letztes öffentliches geschichtsträchtiges Baudenkmal der Flughafen-Ära muss in der Verfügungsgewalt der Landeshauptstadt München bleiben. Die Fehler bei der BUGA-Sanierung dürfen sich nicht wiederholen“, fordert Danner. Dafür steht auch das gemeinnützige Projekt „Startstark“ der Stiftung Lichtblick, das auch schon ungeduldig in den Startlöchern steht. Startstark will im Kopfbau eine soziale Gastronomie und integrative Sportangebote anbieten. Auch Geld zur Umsetzung der Ideen ist vorhanden. Allerdings steht und fällt das Engagement mit der Zusicherung eines langfristigen Erbpachtvertrags. „Unser Zeitfenster bleibt auch nicht ewig offen. Wenn die Investoren ein anderes Objekt finden, in dem die Ideen umgesetzt werden können, wird der Kopfbau schnell aus unseren Planungen verschwinden“, sagt Startstark-Geschäftsführer Norbert Blesch. Gut möglich, dass bald schon zwei Kulturbetriebe gegeneinander ausgespielt werden. Magdalena Miehle (CSU) fragte im Bezirks- ausschuss schon, ob nicht das Geld für die Kultur-Etage in die Finanzierung der Kopfbau-Sanierung fließen könne.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat bislang keine Zeichen gegeben, dass die Zukunft des Kopfbaus für ihn von Interesse wäre. Eine Chance hat das Gebäude wohl nur, wenn einer seiner Herausforderer das Thema für sich entdeckt. 

mh

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