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Für Tiere, für Menschen, für München

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Der Vorstandvorsitzende des Tierschutzvereins München, Kurt Perlinger, und Tierheimleiterin Sandra Giltner freuen sich, dass im Riemer Tierheim bereits seit 60 Jahren Tiere wie die drei Hunde Bobby, Henry und Hubertus (von links) gut versorgt und an Familien weitervermittelt werden. © Foto: tb

60 ereignisreiche Jahre liegen hinter dem Münchner Tierheim an der Riemer Straße. Wie alles angefangen hat und was für die Zukunft geplant ist, berichtet der Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins München, Kurt Perlinger.

„Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht“, kommentiert Kurt Perlinger, der Vorstandvorsitzende des Tierschutzvereins München, die Tatsache, dass das Münchner Tierheim an der Riemer Straße bereits seinen 60. Geburtstag feiert. Angefangen hatte alles 1928 mit einem kleinen „Gartenhäusl“ in Karlsfeld (heute Landkreis Dachau), wie Perlinger berichtet. Damals habe man große Probleme gehabt, die vielen Kettenhunde und Kutschpferde unterzubringen.

Am 1. Dezember 1956 war das winzige Tierasyl dann Geschichte: An der Riemer Straße 270 eröffnete das erste Tierheim der Stadt München. Die Stadtverwaltung gewährte dem Tierschutzverein, der als Träger und Betreiber des Tierheims fungieren sollte, einen Baukostenzuschuss und stellte das damals 10.000 Quadratmeter große Grundstück zur Verfügung. „Heute sind es über 40.000 Quadratmeter“, so der Vorstandvorsitzende.

Das Wachstum hat einen einfachen Grund: „Die Zahl der Einwohner der Stadt München hat sich verdreifacht – und somit auch die Anzahl der Haustiere.“ Rund 8000 Tiere würden jährlich auf dem Gelände betreut – „das braucht natürlich Platz“, betont Perlinger. Oberstes Ziel des Tierschutzvereins sei dabei immer gewesen: „Bei den Menschen für die Tiere Vertrauen zu gewinnen!“ In München gelinge dies sehr gut, freut sich Perlinger, die Stadt sei „tieraffin“.

Für die Tiere hat sich das Tierheim in den vergangenen Jahren immer wieder vergrößert. Die letzte Baumaßnahme war das Katzendorf, das im Frühjahr eröffnet wurde. „Das war auch dringend nötig“, sagt der Vorsitzende. Aus 365 Katzen, die das Tierheim noch im Jahr 1970 versorgte, sind im Jahr 2015 insgesamt 1595 Stubentiger geworden. Auch die Zahlen der Kleintiere (1970: 42; 2015: 2944) und die der sogenannten stadtnahen Wildtiere wie beispielsweise Enten (1970: 27, 2015: 2574) stiegen stark an. Lediglich die Anzahl der Hunde ist Perlinger zufolge mit 1746 Tieren im Jahr 1970 auf 1166 im Jahr 2015 gesunken.

Dennoch muss das Tierheim zeitnah für die Hunde bauen: Es braucht eine neue Hundequarantäne. Zudem möchte man einen neuen Tierarztbereich errichten. Allein: Solche Maßnahmen sind teuer. Das Veterinäramt fordere spezielle Lüftungsanlagen in der Quarantäneanlage sowie die Möglichkeit einer speziellen Wäschebehandlung, Schutzmaßnahmen für die Tierpfleger und einen gesonderten Bereich zur Futtervorbereitung. Alles in allem rechne man mit Kosten von rund 3,5 Millionen Euro. „Dieser Preis überfordert uns zur Zeit selbst noch ein wenig“, so Perlinger. Nun hoffe man, dass sich die Stadt München angemessen an den umfangreichen Baukosten beteiligen wird.

Doch nicht nur im Tierheim setzt sich der Tierschutzverein für das Wohl der Tiere ein: Bereits zum sechsten Mal veranstaltet er am Donnerstag, 13. Oktober, ab 16 Uhr auf dem Odeonsplatz eine Kundgebung für die Einführung eines gesetzlichen Verbandsklagerechtes für anerkannte Tierschutzverbände. „Das Verbandsklagerecht würde bewirken, dass Tierschutzorganisationen bei Verstößen gegen den Tierschutz gemeinsam klagen können und nicht nur für ihre eigenen Tiere“, erklärt Perlinger. Viele andere Bundesländer hätten das Gesetz bereits eingeführt. Bayern soll nun folgen. Tanja Buchka

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