Traurige Truderinger

Theater-Legende Willi Lex verstorben

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Willi Lex große Leidenschaft war das Theater. Fast fünf Jahrzehnte stand er seinem im Jahr 1960 gegründeten Verein „Die lustigen Truderinger“ als Vorsitzender vor.

Trudering ist um ein Original ärmer. Willi Lex, Gründer des Theatervereins „Die lustigen Truderinger“, ist am vorvergangenen Sonntag im Alter von 83 Jahren verstorben.

Eine Aufführung der „Lustigen Truderinger“ ohne ihren Ehrenvorsitzenden? Undenkbar! Bis zum Schluss, auch als er aus Altersgründen nicht mehr selbst auf der Bühne stehen konnte, fieberte Willi Lex im Publikum noch mit.

Kein Wunder, Lex hatte den Verein im Jahr 1960 gegründet, 45 Jahre mitgespielt, sich um Stücke und Spielorte gekümmert. Vom Verband Bayerischer Amateurtheater wurde er dafür sogar ausgezeichnet. Mit seinem „Truderinger Bauernballett“ erlangte Willi Lex ab 1970 dann sogar überregionale Berühmtheit. Neben TV-Auftritten, unter anderem in der „Rudi-Carell-Show“ oder im „Aktuellen Sportstudio“, führten Lex und seine Mannen das Bauerntheater made in Trudering sogar in den USA auf! Und auch Prominente wie Star-Koch Eckard Witzigmann liebten Lex Humor – und buchten die Truppe begeistert für ihre schicken Parties.

Dass Willi Lex sein zeitraubendes Hobby jahrzehntelang betreiben konnte, liegt auch daran, dass er dabei stets von seiner Familie unterstützt wurde. Ehefrau Doris und die Söhne Helmut, Günter und Peter halfen im Verein, wo sie konnten. Sohn Günter war es auch, der vor sechs Jahren in die Fußstapfen des Vaters trat und den Vorsitz im Theaterverein übernahm.

Auch in anderen Geselligkeitsvereinen hinterließ Lex seine Spuren. „Da Bapa war no beim Roten Kreuz, dann beim Festring im Kegelclub, beim Trachtenverein und beim Musikverein dabei“, erinnert sich Günter Lex. Bei letzterem habe der Senior seine Söhne auch „Klarinett‘n und das kloane Hörndl spuin lerna lassn“.

Klar, dass der Parade-Münchner Willi Lex auch gerne mal ein süffiges Bier trank – weshalb er sich auch im Verein gegen schlecht ei‘gschenkte Masskrüag engagierte, wie sich sein Sohn Günter erinnert. Gerade in den letzten Jahren seines Lebens sei seinem Vater zudem das Böllern sehr wichtig geworden. „Er is nach dem Böllern immer noch gerne mit seinen Böller-Kollegen zusammen gesessen. Das war genau der Zusammenhalt, den er so geliebt hat“, erzählt der Sohn.

Willi Lex „Lustige Truderinger“ werden zwar auch weiterhin auftreten, verspricht der Vorsitzende Günter Lex. Ihren größten Fan und Ehrenvorsitzenden werden sie jedoch schmerzlich vermissen. Willi Lex wurde an diesem Dienstag im Kreis seiner Familie beigesetzt.

zip

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