Frau schwer misshandelt

„Teufelsautreibung“ in Riemer Obdachlosenunterkunft

In der Obdachlosenunterkunft an der Joseph-Wild-Straße ereignete sich am Wochenende eine unglaubliche Straftat: Drei junge Männer wollten an einer psychisch kranken Frau eine „Teufelsaustreibung“ vornehmen – und griffen dabei zu brutaler Gewalt.
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In der Obdachlosenunterkunft an der Joseph-Wild-Straße ereignete sich am Wochenende eine unglaubliche Straftat: Drei junge Männer wollten an einer psychisch kranken Frau eine „Teufelsaustreibung“ vornehmen – und griffen dabei zu brutaler Gewalt.

Dramatische Szenen haben sich am Freitag in der Obdachlosenunterkunft an der Joseph-Wild-Straße abgespielt: Drei junge Männer wollten an einer 20-Jährigen eine Teufelsaustreibung durchführen. Die Frau wäre daran fast gestorben!

Laut Polizei ereignete sich die Tat am vergangenen Freitagvormittag. Zuvor war eine 20-jährige Eritreerin, die offenbar seit längerer Zeit an einer psychischen Krankheit leidet, von ihrem 25-jährigen Cousin aus Bremen abgeholt und nach München gebracht worden. In der Landeshauptstadt sollte ein sogenannter „Diakon“ die junge Frau einer Teufelsaustreibung unterziehen.

Gegen 11.15 Uhr hörte ein Bewohner der Obdachlosenunterkunft aus dem gegenüberliegenden Zimmer Schreie. Dort wohnen ein 21-jähriger Eritreer und der 23-jährige eritreische „Diakon“. Der Zeuge informierte sofort die Heimleitung, die zusammen mit dem Hausmeister zu dem Zimmer eilten, aus dem die Schreie zu hören waren. Nachdem sie vergeblich an der Zimmertür klopften, riefen und keine Reaktion kam, öffneten sie die Tür.

Dort zeigte sich ihnen ein erschütterndes Bild: Der 25-jährige Cousin und der 21-Jährige knieten auf der 20-Jährigen. Sie hatten sie am Boden fixiert. Dabei hielten sie ihre Arme und Füße fest. Der 23-jährige „Diakon“ saß auf dem Brustkorb der Frau, fixierte ihren Kopf mit seinen Knien und mit einer Hand hielt er ihren Mund gewaltsam offen. Mit der anderen Hand hielt er eine 1,5-Liter-Wasserflasche. Das Wasser aus der Flasche schüttete er in den offenen Mund der 20-Jährigen. Dabei zitierte er in seiner eritreischen Muttersprache aus der Bibel.

Die 20-Jährige setzte sich im Rahmen ihrer kaum vorhandenen Möglichkeiten zur Wehr und spuckte das Wasser wieder aus, das ihr eingeflößt wurde. Dabei verdrehte sie die Augen. Ob dies einem möglichen epileptischen Anfall oder einem Sauerstoffmangel geschuldet war, ist derzeit noch ungeklärt. Auf dem Fußboden war bereits eine große Wasserlache neben dem Kopf der 20-Jährigen zu sehen.

Alle drei „Teufelsaustreiber“ trugen jeweils Ketten mit Kreuzen um den Hals. Im Zimmer waren mehrere Marien- und Jesusdarstellungen an den Wänden angebracht. Mehrere Bibeln mit markierten Textstellen befanden sich ebenfalls in dem Zimmer.

Die 20-Jährige musste nach ihrer Rettung notärztlich versorgt werden. Aktuell befindet sie sich im Haarer Bezirkskrankenhaus. In den Vernehmungen der drei Eritreer zeigten sich alle drei geständig. Allerdings fehlt den streng gläubigen Christen laut Polizei „jegliches Unrechtsbewusstsein“. Aus ihrer Sicht der Dinge haben sie der 20-Jährigen – wenn auch gegen deren Willen – nur helfen wollen.

Sie wurden dem zuständigen Amtsrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ.

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