Trudering

Stadt will Erinnerungsort nicht bauen, aber tolerieren

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Ein schlimmer Autounfall kostete drei Menschen im September 2017 an der Wasserburger Landstraße das Leben. Die Diskussion darum, wie dem Unglück gedacht werden kann, geht weiter.

Es waren schreckliche Szenen, die vielen noch immer im Gedächtnis sind: Ein Mann fuhr mit seinem BMW am 16. September 2017 auf der Wasserburger Landstraße in einen gerade anfahrenden Opel. Der Kleinwagen fing Feuer und wurde komplett zerstört. Drei Menschen starben. Auch heute noch können und wollen Angehörige und Augenzeugen nicht einfach schulterzuckend zur Tagesordnung übergehen. Der Wunsch nach einem Erinnerungsort an die Opfer des Unfalls besteht weiterhin. Auch wenn die Stadt München eine solche Initiative nicht aktiv unterstützen will. „Die Tradition,solche Denkmäler oder Marterl aufzustellen, ist in München nicht verbreitet. Vielmehr sind Friedhöfe der angemessene Ort der Erinnerung“, heißt es in einer Stellungnahme der „Arbeitsgruppe Gedenktafel“. Dahinter verbergen sich rund 15 Stadträte und Vertreter verschiedener Referate, die sich in unregelmäßigen Abständen treffen, wenn es Anträge für neue Gedenktafeln oder ähnliches gibt. „Es wird befürchtet, durch eine Genehmigung einen Präzedenzfall zu schaffen, der weitere ähnliche Anträge nach sich ziehen würde“, erklärt die AG Gedenktafel weiter.

Was zunächst herzlos und zutiefst bürokratisch klingt, muss aber noch lange nicht das Ende für die einen solchen Gedenkort sein. „Die Stadt toleriert persönliche Formen des Gedenkens. Es spricht nichts dagegen, dass eine private Initiative einen solchen Platz schafft und gestaltet“, erklärt Jennifer Becker vom Kulturreferat. Die Stadt selbst würde allerdings nur dann selbst aktiv werden, wenn das „kollektive Gedächtnis“ durch ein Unglück betroffen wäre. Wie zum Beispiel beim OEZ-Amoklauf im Juli 2016.

Marco Heinrich

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