Dem Chaos Herr werden

Stadt soll am Truderinger Busbahnhof für Ordnung sorgen

Zu Spitzenzeiten wird es am Truderinger Busbahnhof unübersichtlich. Fünf Busse fahren mehr oder weniger gleichzeitig vor. Die Fahrgäste müssen anschließend an wild geparkten Fahrrädern vorbei in Richtung S- oder U-Bahn.
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Zu Spitzenzeiten wird es am Truderinger Busbahnhof unübersichtlich. Fünf Busse fahren mehr oder weniger gleichzeitig vor. Die Fahrgäste müssen anschließend an wild geparkten Fahrrädern vorbei in Richtung S- oder U-Bahn.

In die Jahre gekommen ist der Truderinger Bahnhof zwar noch nicht, doch 2019 wird er 20 Jahre auf dem Buckel haben. Nicht nur die Fahrgastzahlen sind gestiegen, mehr und größere Busse verkehren, die Anzahl der Radler hat zugenommen. Der Truderinger Bezirksausschuss fordert die Stadt nun auf, die Busplatte am Bahnhof für die neuen Herausforderungen fit zu machen.

Auf der Busplatte des Truderinger Bahnhofs geht es hoch her zu den Hauptverkehrszeiten. Fahrgäste, die aus den Bussen aussteigen, und Radler kommen sich allzu leicht in die Quere. Pulkweise verlassen die Passagiere die Busse und müssen dann nicht nur den ausgewiesenen Radweg queren, um zu U- und S-Bahn zu gelangen, sondern werden auf ihrem Weg zudem durch Massen widerrechtlich abgestellter Fahrräder blockiert.

Zwangsläufig müssen die Fahrgäste daher länger als nötig auf dem Radweg Richtung Osten gehen. „Trotz mehrfacher Anläufe hat es die Stadt nicht geschafft, diesen Fußgängerbereich wirksam von Fahrrädern freizuhalten“, klagt Georg Kronawitter (CSU), der die Schwachstellen des Busbahnhofs in einem Antrag zusammengefasst hat. „Es wäre zumindest ein kleiner Fortschritt, wenn der dort ausgewiesene Radweg zu einem gemeinsamen Rad-Fußweg umdeklariert würde, so dass Radfahrer zur besonderen Rücksichtnahme angehalten werden“, so Kronawitter weiter. Ärgerlich findet der Behindertenbeauftragte des Bezirksausschusses auch, dass wartende Fahrgäste nachts im Dunklen sitzen, weil bei den Sitzgelegenheiten auf der Nordostseite die Beleuchtung fehlt.

Ein weiterer Punkt, der Kronawitter aufstößt: „Im spätnachmittäglichen Spitzenverkehr kommt es fast schon zu chaotischen Überlastungszuständen an der nördlichen Buskante, weil vier Gelenkbusse auf Fahrgäste warten. Selbst für Leute ohne Einschränkungen ist es schwer, den richtigen Bus ausfindig zu machen!“ Kronawitter kritisiert, dass hier eine bessere dynamische Fahrgastinformation längst überfällig sei. Die solle den Passagieren nicht nur optisch, sondern auch akustisch den Weg weisen. „So hätten auch blinde Fahrgäste die Chance, ihren Bus zu finden!“

Herbert Danner (Grüne) schlug vor, die Radweg-Benutzungspflicht aufzuheben. Regina Schreiner (Grüne) regte an, durch Bodenmarkierungen zu verdeutlichen, wo das Abstellen von Rädern verboten sei. Einstimmig segnete das Gremium Georg Kronawitters Antrag ab.

Gabriele Mühlthaler

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