„Auf den Plänen sah sie nicht so hässlich aus“

Was soll die neue Mauer vor dem Kulturzentrum Trudering?

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Georg Kronawitter vor der neuen Lärmschutzmauer im Umfeld des Kulturzentrums.

Die Welt braucht mehr Brücken und weniger Mauern. Doch vor dem Kulturzentrum Trudering steht plötzlich ein Bauwerk, das merkwürdige Assoziationen weckt.

Trudering – „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Das sagte DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 – sechs Wochen später war Berlin eine geteilte Stadt. Für manche kam es kaum weniger überraschend, als nun in Trudering eine – übrigens kaum weniger hässliche – Mauer hingestellt wurde.

Das Bauwerk trennt das Kulturzentrum Trudering an der Wasserburger Landstraße nun von den stadteinwärts liegenden Anwohnern. Hier wird gerade nachverdichtet, so dass sich die Anzahl der Nachbarn bald noch steigern wird. Und zumindest für Stadtteilpolitiker kam das alles ganz und gar nicht überraschend.

„Das Vorhaben gibt es schon seit Jahren. Konkrete Pläne haben wir im Bezirksausschuss vor gefühlt knapp einem Jahr gesehen. Allerdings sah die Mauer auf den Plänen nicht so hässlich aus“, sagt Georg

Kronawitter (CSU). Der Grund für die Mauer ist schnell erklärt: Sie soll die Zukunft des benachbarten Feststadls sichern. „Bislang gab es da meines Wissens noch nie Probleme durch die Lärmbelastungen während der Veranstaltungen. Aber die Stadt will sicher gehen, dass die Nachbarn vor Gericht keine Chance hätten“, erläutert Kronawitter. Und auch in Bezug auf das Aussehen hat er durchaus Hoffnung: „Warten wir mal ein Jahr ab. Die Mauer soll noch bepflanzt werden. Wenn erst einmal alles grün ist, sieht es hoffentlich schon ganz anders aus.“ 

Tatsächlich wäre es schwer zu vermitteln, dass ausgerechnet vor dem Kulturzentrum dauerhaft ein graues Ungetüm das Stadtbild stören soll. Sollte es mit den Pflanzen nicht funktionieren, wäre die Berliner Mauer übrigens nicht der schlechteste Ort für eine optische Alternative: Im Rahmen der „East Side Gallery“ schafften dort im Jahr 1990 insgesamt 118 Künstler aus 21 Ländern auf der Mauer Kunstwerke, die bis heute die Touristen anziehen. Vielleicht ließe sich solch ein Projekt auch in Trudering umsetzen. 

Marco Heinrich

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