Mehr PS für die Polizei in Bayerns Großstädten

Söder will mit Pferden punkten

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Ministerpräsident Söder besucht Polizei-Reiterstaffel

Für Politiker ist ein schönes Bild oft mehr wert als ein gescheiter Satz. Und so freute sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sichtlich über seinen Besuch bei der Reiterstaffel in Riem. 

Ein Pferd fraß ihm brav eine Karotte aus der Hand. Wäre Politik doch immer so einfach – die Wähler verhielten sich zuletzt weitaus störrischer. Beim Psychisch-Kranken-Gesetz oder beim Polizeigesetz zum Beispiel.

Um die Polizei ging es Söder auch bei seinem Besuch in Riem. Jede bayerische Großstadt ab 100.000 Einwohnern soll künftig eine eigene Reiterstaffel bekommen. Und München eine zweite, zusätzlich zur bereits bestehenden. „Sie sind ein Sympathieträger“, sagt Söder und spricht von „meiner Kavallerie, damit sich die Menschen im Freistaat künftig noch sicherer fühlen“. Die Pferde sollen mit ihren Reitern in den Isarauen patrouillieren, in Wohngebieten eingesetzt werden oder auch bei großen Demos oder Fußballspielen für Ordnung sorgen.

Söder glaubt, dass das Projekt um die 17 Millionen Euro kosten wird – für insgesamt 200 Pferde in Bayern samt Beamten und Infrastruktur. Die politischen Gegner rechnen allerdings ein bisschen anders. Hubert Aiwanger (Freie Wähler) glaubt, dass alles bis zu 100 Millionen Euro zu Buche schlagen wird: „Wir erleben ein weiteres Kapitel von Söders Showpolitik!“

Auch SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher ist wenig begeistert: „Ich teile ausdrücklich nicht die Ansicht des Ministerpräsidenten, dass eine ‚bayerische Kavallerie‘ einen Durchbruch für die Innere Sicherheit darstellt. Lieber mehr Zweibeiner in Polizeiuniform auf bayerischen Straßen und Plätzen!“

Marco Heinrich

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