„Nur eine Hinterhofwiese“

BI „Rettet die Unnützwiese“ widerspricht Oberbürgermeister

Laut OB Reiter wird die Unnützwiese, gelegen zwischen Bajuwaren- und Unnützstraße, nur zu 15 Prozent bebaut. Doch worauf bezieht sich diese Zahl?

Die Truderinger Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Unnützwiese“ lässt nicht locker. Die Ankündigung von OB Dieter Reiter, dass nur 15 Prozent der Wiese bebaut würden, hält sie für eine Milchmädchenrechnung.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat vergangene Woche ein Machtwort zur Unnützwiese gesprochen: Die Bebauung sei nicht mehr zu stoppen, 15 Prozent der Wiese müssten weichen, um darauf das Projekt „Wohnen für Alle“ zu verwirklichen (HALLO berichtete).

Die Bürgerinitiative (BI)„Rettet die Unnützwiese“ will sich dies jedoch nicht gefallen lassen. In einem offenen Brief werfen die Truderinger dem Stadtoberhaupt vor, falsche Tatsachen zu verbreiten: „Die seit 100 Jahren bei der Bevölkerung beliebte Truderinger Unnützwiese ist im aktuellen Flächennutzungsplan als ‚Allgemeine Grünfläche‘ ausgewiesen. Trotzdem soll diese im Rahmen des Schnellbauprogramms ‚Wohnen für alle‘ bebaut werden. Reiters Aussage, keine offiziellen Grünflächen zu bebauen, widerspricht der Faktenlage!“ Mit Reiters Aussage, „mit vier Häusern werden nur rund 15 Prozent der Wiese bebaut“, fühlten sich die Bürger für dumm verkauft, so die BI weiter. Denn: „Es zählen nicht die Grundflächen der neuen Gebäude. Sondern die Fläche, die durch das Bauvorhaben an Spielfläche verloren geht. Und das ist fast die Hälfte!“ Beziehe man nämlich alle erforderlichen, aber nicht mit Gebäuden überbauten Flächen mit ein – etwa Vorgärten, Stellplätze und Wege, Fahrradabstellflächen oder Technikräume – so fielen nach Berechnungen der BI rund 45 Prozent der bisher zur Verfügung stehenden Frei- fläche weg. Übrig bliebe nach Rechnung der Anwohner „nur eine kleine Hinterhofwiese“. Für die BI entstehe daher immer mehr der Eindruck, „dass dem Oberbürgermeister und den Stadträten im Moment der Abstimmung nicht bewusst war, was sie mit ihrer Entscheidung bewirken und wie die Unnützwiese seit rund 100 Jahren in den Stadtplänen ausgewiesen ist“.

Diesen Eindruck hat Reiter während der jüngsten Bürgerfragestunde jedoch nicht vermittelt. Es sei nun einmal seine Pflicht als OB, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Private Investoren würden zwar ebenfalls Wohnungen bauen, allerdings nicht beziehungsweise nur sehr selten für Menschen mit kleinem Einkommen. Um den Wegfall des Bolzplatzes an der Unnützwiese wiedergutzumachen, solle an der Bezirkssportanlage an der Feldberg- straße eine zusätzliche Spielfläche entstehen.

Wann die vom OB und der Stadtverwaltung versprochene Infoveranstaltung für die Anwohner stattfindet, steht indes immer noch nicht fest. „Im November“, hieß es bislang immer...

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