Keine Aussicht auf Besserung der Lage

Problem: Hortplatz-Situation in Trudering

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Wohin mit den Kindern nach der Schule? Ein Problem – nicht nur in Trudering.

Die Situation der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern ist in Trudering hoch problematisch. In dieser Einschätzung sind sich auch alle einig – Eltern, Stadtteil- und Stadtpolitiker. Jetzt äußerte sich auch Stadtschulrätin Beatrix Zurek zu den Problemen. 

Es fehlen vor allem Hortplätze, der Bedarf an der Grundschule an der Feldbergstraße kann zum Beispiel bei weitem nicht gedeckt werden, es fehlen dort über 60 Plätze. Für viele Familien bedeutet dies existenzielle Ängste. Vor rund einem halben Jahr entwarf der Elternbeirat der Grundschule eine Reihe von Vorschlägen, um die Situation zu entschärfen. Die starre Hort-Buchungszeit bis 16.30 Uhr sollte aufgehoben werden. Auch Platz-Sharing zwischen Familien war ein Vorschlag. Sogar die Möglichkeit, einen Raum für private Betreuung zur Verfügung gestellt zu bekommen, wurde diskutiert. Jetzt äußerte sich auch Stadtschulrätin Beatrix Zurek zu den Problemen in Trudering. Außer netten Worten hatte sie allerdings nicht viel zu sagen.

„Grundsätzlich steht die bedarfsgerechte Versorgung der Grundschulkinder mit Plätzen für eine ganztägige Betreuung ganz oben auf der Agenda der Landeshauptstadt. Da alle Grundschulen staatliche Schulen sind, kann die Lösung jedoch nicht alleine von der Stadt gefunden werden. Stadt und Freistaat haben hier eine gemeinsame Verantwortung und befinden sich deshalb bereits in Gesprächen“, erklärte Zurek in einer schriftlichen Stellungnahme: „Beide Seiten haben das Ziel, dass sich die Betreuungssituation für Grundschulkinder in München möglichst rasch verbessert. Sowohl das schulische Ganztagsangebot als auch die Zusammenarbeit zwischen staatlicher Grundschule und Kindertagesbetreuung werden von den Verbesserungen profitieren. Unabhängig davon führt die Landeshauptstadt den Bau von neuen Kindertageseinrichtungen weiter fort.“ Anschließend beantwortete sie konkrete Fragen der CSU-Fraktion im Stadtrat.

Welche kurzfristigen Maßnahmen werden vom Referat für Bildung und Sport ergriffen, um diesen Betreuungsnotstand bis zum Beginn des Schuljahres zu beheben? 

Eine kurzfristige Erweiterung mit Hortplätzen am Standort ist aufgrund der fehlenden Räumlichkeiten nicht möglich. Eltern, deren Kinder zu Beginn des Schuljahres noch keinen Betreuungsplatz hatten, wurden aber Plätze im Regionalhaus Ost angeboten.

Welche mittelfristigen Planungen gibt es, um dauerhaft ausreichend Nachmittags-Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen? 

Die ganztägige Betreuung an der Grundschule Feldbergstraße betrug im Schuljahr 2016/17 71 Prozent. Den 392 Schülerinnen und Schülern standen rechnerisch 100 Hortplätze an der Feldbergstraße 89 und 25 Hortplätze an der Evereststraße 37 zur Verfügung. Zusätzlich wurden 6 Kinder im Regionalhaus Ost betreut. 148 Kinder nahmen an der Mittagsbetreuung teil. Im Schuljahr 2017/18 wird es rechnerisch voraussichtlich bei einem Versorgungsgrad von 71 Prozent bleiben. Laut Prognose wird bis zum Schuljahr 2025/26 von einem Rückgang der Grundschülerinnen und Grundschüler ausgegangen, sodass im Schuljahr 2025/26 rechnerisch ein Versorgungsgrad von ca. 84 Prozent erreicht wird. Eine Versorgung über das Regionalhaus Ost wird voraussichtlich bis auf weiteres möglich sein.

Inwieweit kann befristet von den städtischen Standards abgewichen werden, um mehr Personal zu akquirieren? 

Bei den Einstellungsstandards ist eine Abweichung nicht möglich, da die Voraussetzungen für eine Beschäftigung in einer Kinderbetreuungseinrichtung der Landeshauptstadt München durch das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz festgelegt sind. Eine Beschäftigung ist nur dann möglich, wenn Personen eine fachtheoretische und fachpraktische sozialpädagogische Ausbildung vorweisen können oder eine mindestens zweijährige, überwiegend pädagogisch ausgerichtete, abgeschlossene Ausbildung besitzen. Falls diese nicht vorliegen, ist in den städtischen Einrichtungen der Landeshauptstadt München sowie in allen Einrichtungen von freien Trägern eine Beschäftigung nicht möglich. Bei den Standards in der Personalauswahl für Personen, die nach dem BayKiBiG die Voraussetzungen für eine Beschäftigung in einer Kinderbetreuungseinrichtung erfüllen, erscheint eine Abweichung, auch befristet, nicht sinnvoll. Die Landeshauptstadt München ist als öffentliche Arbeitgeberin bei der Auswahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das verfassungsrechtlich verankerte Prinzip der Bestenauslese gebunden. Weiterhin könnte eine stärkere Aufweichung der Standards in der Personalauswahl, insbesondere in Vorstellungsgesprächen, dazu führen, dass Personen, die in persönlicher und/oder fachlicher Hinsicht ungeeignet sind, die Betreuung von Kindern übertragen wird.

mh

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