Feuerwehr, Hebammen und der ewige Stau

Planungsreferat will im Herbst Eckdaten präsentieren

Eva Blomberg, Gerhard Fuchs und Michael Welzel am Ort, wo die Straße gebaut werden sollte.
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Eva Blomberg, Gerhard Fuchs und Michael Welzel am Ort, wo die Straße gebaut werden sollte.

Trudering-Riem – Eine Straße, die durch einen Acker führen soll. Was zunächst einmal nicht außerordentlich kompliziert klingt, beschäftigt Bezirksausschuss und Verwaltung schon seit Jahren. Nun gibt es einen neuen Vorstoß in Sachen Umfahrung Kirchtrudering. Die Debatte im BA verlief kontrovers – am Ende wird sie aber nicht viel ändern.

Eva Blomberg, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem, freut sich über die Zustimmung zu ihrem Antrag: „Es geht uns darum, dass hier endlich zeitnah eine Lösung für die akuten Verkehrsprobleme gefunden wird. Deshalb unterstützen wir die Trasse 1a, wie sie vom Stadtrat 2013 beschlossen wurde.“ Die möglichst bald zu bauende Umfahrung soll auch als Erschließungsstraße für den 5. Bauabschnitt der Messestadt dienen. „Die Stadt macht sich lächerlich, dass sie in sieben Jahren keine Straße bauen kann“, beschwerte sich auch Sebastian Schall (CSU). Seine Partei, die lange mit einer schöneren und teureren Tunnellösung geliebäugelt hatte, unterstützte schließlich den Vorstoß der SPD. Kritik gab es stattdessen von den Grünen.

„Es kann doch nicht sein, dass wir eine Straße ins Nichts setzen, bevor die Planungen für den 5. Bauabschnitt der Messestadt ausgearbeitet werden. Wir würden Fakten schaffen und uns vieler Möglichkeiten berauben“, erklärte Christoph Heidenhain. Letztlich musste jeder für sich entscheiden, was wichtiger ist: Ein Gesamtkonzept aus einem Guss für ein neu zu bauendes Viertel in München – oder die Behebung eines tatsächlich schlechten Zustands im Hier und Jetzt. „In diesem Gebiet ist das Auto für viele Anwohnenden noch unabkömmlich. Die Staus am Mitterfeld sind für alle eine echte Plage, die sich darin befinden und daneben wohnen. Gleichzeitig kann die Feuerwehr Hilfsfristen nicht mehr einhalten, Hebammen aus Trudering versorgen wegen der Verkehrslage ungern die Messestadt. Eine bessere Notfallversorgung ist nur durch eine bessere Verbindung der Stadtteile möglich. Die muss jetzt kommen“, sagte Eva Blomberg. Ihr Parteikollege Michael Welzel fügte hinzu: „Die Umfahrung muss auch im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Truderinger Ortskerns und der damit verbundenen Verkehrsberuhigung betrachtet werden. Eine Entlastungsstraße ist deshalb notwendig und sollte so schnell wie möglich realisiert werden!“

Doch schnell wird es nicht gehen. Die Stadt München hat sich festgelegt, dass eine Parktrasse (Umfahrung) zur Entlastung von Kirchtrudering nicht weiter verfolgt wird. Stattdessen wird bei der Bebauungsplanung zum 5. Bauabschnitt der Messestadt eine integrierte Trasse als Entlastungsstraße berücksichtigt. „Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird voraussichtlich im Herbst einen Eckdatenbeschluss zum 5. Bauabschnitt Wohnen einbringen, mit dem dann dem Stadtrat Vorschläge zu den geplanten städtebaulichen Strukturen mit einer verkehrlichen Voreinschätzung vorgelegt werden“, erklärte Ingo Trömer vom Planungsreferat.

Marco Heinrich

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