Auf den Spuren von Willy Brandt – oder nicht?

Plätze in der Messestadt sollen identitätsstiftende Namen erhalten

Vor 50 Jahren wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt
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Vor 50 Jahren wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt

Dass die Messestadt schöner werden soll, ist beschlossene Sache. Jetzt soll sie auch überschaubarer werden. Mit neuen Namen für neue Plätze – aber so leicht ist es dann gar nicht.

Messestadt – Zugegeben, im alltäglichen Sprachgebrauch holpert es gewaltig. „Lass uns doch mal wieder treffen. Wie wär‘s an der Ecke Georg-Herschensteimner-Straße und Maria-Montessori-Straße“ – das klingt einfach nicht. Vier Plätze in der Messestadt sollen im kommenden Frühjahr aufgewertet werden (HALLO berichtete). Nun hatte die CSU im Bezirksausschuss Trudering-Riem die Idee, sie auch gleich neu zu benennen.

„Plätze sind Orte der Begegnung. Umso bedeutender ist es, diesen Orten auch Identität im Namen zu geben und sie eben nicht nur als Straßenkreuzungen zu definieren“, sagte Magdalena Miele (CSU). Und tatsächlich sah es schnell nach allseitiger Zustimmung aus. „Die Idee ist tatsächlich charmant. Es wäre schön, wenn das Ding künftig nicht mehr einfach ‚Die Kreuzung‘ hieße“, sagte Susan Beer (SPD). Sie wies darauf hin, dass es für die Anwohner allerdings keine Änderung der Adressen geben dürfe. BA-Vorsitzender Otto Steinberger (CSU) wies dann noch darauf hin, dass mit der Benennung der Plätze keine Personen geehrte werden dürften, weil das nur im Aufgabenbereich des Münchner Ältestensrats liegen würde. Einwände, die allgemeines Kopfnicken im BA auslösten. Doch dann regte sich plötzlich doch noch eine fundamentale Kritik. „Die Messestadt hat doch schon so viele Straßennamen. Wir sind dagegen, noch mehr Dinge zu benennen“, warf Herbert Danner von den Grünen ein. Und sein Parteikollege Rupert Rösch ereiferte sich sogar: „Das sind doch gar keine Plätze, sondern einfache Straßenausweitungen! Wer soll da hinfahren? Wo sollen die neuen Namen stehen? Ich finde das alles sinnlos.“

Eine Mehrheit fand er mit dieser Argumentation allerdings nicht. Im Rahmen eines Ideen­wettbewerbs an Schulen der Messestadt sollen nun Namen für jene vier Plätze gesucht werden, die im kommenden Frühjahr verschönert werden. Ob der Pipi-Langstrumpf-Platz, der während der Diskussion im Bezirksausschuss immer wieder herangezogen wurde, dann darunter ist, muss sich zeigen.

Zu Bedenken ist dabei allerdings, dass ein offizieller „Pipi-­Platz“ in der Messestadt zu vollkommen neuen Problemen führen könnte. Der Mangel an öffentlichen Toiletten ist ja in einem anderen Zusammenhang schon jetzt immer wieder ein Thema... 

Marco Heinrich

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