Mehr als nur ein Stall

Neues Schulprojekt auf dem Bio-Bauernhof Gut Riem

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Spatenstich für den neuen Stall auf dem Gut Riem.

Die Stadtgüter München luden zum Spatenstich eines „einzigartigen Projekts“ auf den Biobauernhof auf Gut Riem. Hier soll bald ein Schulbauernhofstall mit landwirtschaftlichen Nutztieren entstehen.

Riem – „Es ist ein besonderer Spatenstich für einen besonderen Stall“, sagte Alfons Bauschmid, der zweite Werkleiter der Stadtgüter München. Denn mit dem neuen Stall startet ein „einzigartiges Projekt“ auf dem Biobauernhof auf Gut Riem. Erstmals sollen dort Tiere einziehen. Mit ihnen soll das Projekt Schulbauernhof eingeleitet werden, damit Schul- und Kindergartenkinder früh mit nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft vertraut gemacht werden. Aber auch Eltern und Lehrer können auf dem Biobauernhof bald praxisnah an die tierwohlgerechte Landwirtschaft herangeführt werden.

Einziehen sollen vier Muttersauen, 13 Nachzuchtferkel, 39 Mastschweine, sechs Mutterkühe mit ihren Kälbern, zehn Mutterschafe und ihre Lämmer sowie zwei Ponys oder Esel. Dafür bekommen sie einen Stall, der 20 auf 36 Meter misst und eine große Weide für den Auslauf. Die Baukosten des Projekts belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro netto.

„Es war ein langer und beschwerlicher Weg bis zu dem Spatenstich für den Bau des Stalls“, berichtete Bauschmid. Die erste Idee entstand bereits 2010. Erst 2014 wurde es konkret, als das Projekt in den Münchner Stadtrat kam. Jetzt konnte endlich der Spatenstich erfolgen. Ende 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein.

„Das ist in der Tat ein langer zeitlicher Vorlauf für einen einfachen Stall“, sagte auch Stadtrats- und Bezirksausschussmitglied Herbert Danner. Vor allem das Vergabeverfahren habe lange gedauert. Wobei Danner die Bedeutung des Stalls gar nicht kleinreden möchte. „Hier geht es eigentlich um viel mehr. Es geht um ein Gesellschafts- und Bildungsprojekt für München“, sagte er. Jeder der den Grünen- Stadtrat kennt, weiß, dass er nicht übertreibt, wenn er sagt „beim Tierwohl kenne ich keinen Spaß.“ Umso schöner ist es für ihn, dass er zum Ende seiner Stadtratszeit mit diesem Erfolgserlebnis abschließen kann.

Ein Stall unter anderem für glückliche Kühe soll bald auf Gut Riem entstehen.

Für Bauschmid ist es wichtig, dass auch Städter wissen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden. „Viele Erwachsene können noch nicht mal die Grundgetreide voneinander unterscheiden“, sagte er. Aus diesem Grund gibt es seit zehn Jahren auf Gut Riem bereits pädagogische Angebote, aber bisher nur im Pflanzenbereich. Um die Münchner mehr an diese Themen heranzuführen, veranstaltet das Gut Riem jährlich ein Öko-Hoffest und auch der Krautgarten ist bereits eine Institution, die bei vielen beliebt ist. „Das war schon immer ein offenes Haus“, sagt Danner. Und jetzt kommen noch die Tiere hinzu. 150 bis 200 Schulklassen und Kindergartengruppen sollen jährlich auf dem neuen Lernort mit der ökologischen Landwirtschaft vertraut gemacht werden. Kinder sollen hier künftig füttern, ausmisten und den kompletten Kreislauf sowie den jahreszeitlichen Ablauf der Landwirtschaft verstehen lernen. Denn Landwirtschaft ist viel mehr als „nur“ die Produktion von Lebensmitteln. „Sie trägt zur Biodiversität bei, kann ihr aber genauso gut schaden“, sagt Bauschmid. Darum sei es so wichtig zu verstehen, wie eine nachhaltige Landwirtschaft funktioniert.

Lydia Wünsch

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