Trudering 

Neues Licht für das Kulturzentrum

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Die beiden Preisträger der Truderinger Kunst-Tage Andrea Matheisen (Mitte) und Despina Rüssmann (2.v.r.) mit Peter Wagner ( von links, Bürgerzentrum Trudering), Peter Gierse (Projektleiter Kunst- Tage) und Georg Kronawitter (Truderinger Kulturkreis).

Stromsparende LED-Leuchten, die Saal und Empore ausleuchten, bekommt das Kulturzentrum Trudering. Der Truderinger Bezirksausschuss (BA) hat dafür 31.850 Euro aus seinem Budget locker gemacht.

Die Beleuchtung in Foyer, Festsaal, Galerie und Empore des Truderinger Kulturzentrums soll erneuert werden. Denn im Jahr 2005, als der Gasteig des Münchner Ostens der Vollendung entgegen ging, war nicht mehr viel Geld in der Neubau-Kasse. „Die Auswahl der Leuchtmittel und des Beleuchtungssystems musste unter erheblichem Kostendruck erfolgen. So fiel damals die Entscheidung auf eine Beleuchtung, die finanzierbar, aber wissentlich am unteren Ende der benötigten Helligkeitsskala war“, begründet der Trägerverein „Bürgerzentrum Trudering“ seinen Zuschussantrag an den Bezirksausschuss. Es gebe von den Nutzern oft Kritik wegen der schwachen Ausleuchtung des Saals, die bei Konferenzen, Messen oder Sitzungen das Lesen von Akten erschwere. Auch auf Empore und Galerie sei es zu dunkel. „Die schwache Beleuchtung löst bei vielen Nutzungen Kritik aus. Das betrifft unter anderem Aussteller des Christkindlmarktes, der Truderinger Kunst-Tage und des Ostermarkts“, so der Trägerverein. „Hier muss bei den monatlichen Kunstausstellungen und den Kunst-Tagen oft mit Baustellenlampen nachgeholfen werden.“

Mit den neuen LED-Leuchten soll das deutlich besser und zudem wesentlich billiger werden. „Es wird eine hohe Stromersparnis geben. Die aktuell vorhandenen Leuchtmittel haben 1000 Watt, die neuen benötigen nur 90 Watt“, erklärte Erich Ziegltrum vom Vorstand des Bürgerzentrums Trudering in der BA-Sitzung. In wenigen Jahren habe sich die Investition durch Einsparung bei der Stromrechnung amortisiert. Eine weitere Verbesserung: „Die LED-Beleuchtung ist haltbarer. Bei den derzeitigen Saal-Scheinwerfern müssen die Birnen alle paar Wochen gewechselt werden“, so Ziegltrum. Der Trägerverein habe nicht das Geld, die komplette Beleuchtung selbst zu bezahlen. Die Kosten in Höhe von gut 17.000 Euro für die Umrüstung des Foyers trage man bereits aus eigenen Mitteln.

„Ich habe erst mal gewaltig geschluckt bei diesem Antrag. Das ist die größte Summe, die wir je hatten“, erklärte Herbert Danner (Grüne). „Bei einem Projekt dieser Größenordnung beantrage ich, dass ein Lichtplaner eingeschaltet wird, denn es geht auch um die Atmosphäre“, so Danner. Erich Ziegltrum dazu: „Wir haben ein gespaltenes Verhältnis zu Lichtplanern, seit wir für die Fassaden- Beleuchtung acht angefragt haben. Damals lagen die Preise zwischen 5000 und 18.000 Euro. Die angefragten Elektriker für die Ausführung haben teils nicht mal geantwortet“, so Ziegltrum. Es liege ein konkretes, sehr detailliertes Angebot der Fachfirma vor, welche die komplizierten elektrischen Anlagen des Hauses montiert und seit Jahren gewartet habe. „Aufgrund der sehr guten Auftragslage im Baugewerbe war es nicht möglich und wird es auch in nächster Zeit nicht sein, weitere Angebote zu erhalten“, teilte der Trägerverein mit. Der Truderinger Bezirksausschuss genehmigte einstimmig 31.850 Euro für die neue Beleuchtung, Danners Lichtplaner-Antrag lehnte das Gremium ab.

gm

Kommentar

31.850 Chancen für eine Inspiration - Die bewilligte Förderung weist den Weg in die richtige Richtung

Es ist eine ungewohnte Summe, wenn ein Bezirksausschuss ein Projekt mit über 30.000 Euro fördert. Doch wer glaubt, dass die einstimmige Entscheidung den Rahmen sprengt, liegt falsch. Die richtige Erkenntnis wäre vielmehr, wenn sich nun mehr Menschen, Vereine und Institutionen dazu inspirieren lassen würden, selbst Anträge beim BA zu stellen und dessen monatliche Versammlungen zu besuchen und aktiv mit zu gestalten.

Seit Beginn dieses Jahres stehen den Bezirksausschüssen deutlich mehr Mittel zur Verfügung, um das kulturelle und soziale Zusammenleben in den einzelnen Stadtteilen zu fördern. Das funktioniert aber nur, wenn tatsächlich die Nachfrage steigt und Menschen Anträge stellen, die es bislang eben nicht getan haben.

Momentan sieht es noch so aus, dass Überraschungen selten sind. Zuschüsse beantragen vor allem jene, die es schon seit Jahren tun. Für Aktionen, die es schon lange gibt. Das ist nicht die Schuld der Stadtteilpolitiker – und auch nicht die von denen, die anfragen. Es wäre schön, wenn es mehr werden würden.

M. Heinrich

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