Neuen ALB-Funde

Es besteht „erhöhtes Verbreitungsrisiko“

Charakteristische, kreisrunde Ausbohrlöcher des ALB an einem befallenen Baum.
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Charakteristische, kreisrunde Ausbohrlöcher des ALB an einem befallenen Baum.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) dringt weiter vor ins Münchner Stadtgebiet. Vor einem Jahr wurden erstmals Spuren des exotischen Schädlings innerhalb des Münchner Burgfriedens entdeckt, in der Nachbargemeinde Feldkirchen fand man diese schon Ende 2012. Jetzt gibt es neue Funde im Gewerbegebiet Ost der Messestadt und im Riemer Wäldchen.

Er hat sich weiter breitgemacht im Riemer Wäldchen, wo vor rund einem Jahr Spuren des ALB gefunden wurden und ist bis ins Gewerbegebiet Ost der Messestadt gewandert. Baumkletterer, die im Auftrag der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) reguläre Kontrollen im Quarantänegebiet um Feldkirchen herum durchführt hatten, haben nun an insgesamt sieben Bäumen Spuren des Schädlings entdeckt.

Zweifelsfrei nachgewiesen wurde der ALB dabei an vier Pflanzen am Sigmund-Riefler-, einem am De-Gaspari-Bogen und an zwei Bäumen im Riemer Wäldchen, nördlich des Landebahn-Rests. Alle befallenen Pflanzen wurden bereits gefällt. Demnächst müssen fast alle Laubbäume im 100-Meter-Umkreis der Funde dran glauben. 16 Laubbaumarten stehen auf der Liste, darunter Ahorn, Rosskastanie, Erle, Birke, Hainbuche, Hasel, Buche, Esche, Platane, Pappel, Weide, Linde und Ulme. Damit soll dem flugfaulen Käfer die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Laut Expertenmeinung ist dies die einzige Möglichkeit, dem gefährlichen Insekt beizukommen, das den Baumbestand ganzer Landstriche vernichten kann. Doch wie sich an den jüngsten Käferfunden zeigt, ist auch der Kahlschlag keine Garantie dafür, den ALB zu stoppen.

Er lässt sich so leicht nicht bremsen, der ALB, der mit Paletten von Steinlieferungen aus China in Bayern eingewandert ist. Wie lange der Käfer bereits Laubbäume im Münchner Osten als Brut- und Kinderstube wählt, ist nicht bekannt. Erstmals entdeckt wurden Spuren des Käfers Ende 2012 in Feldkirchen, dann ging es Schlag auf Schlag: Alljährlich kamen neue Funde in dieser Gemeinde hinzu. Doch damit nicht genug! Auch bei den Nachbarn in Salmdorf und Ottendichl (Gemeinde Haar) fand man 2014 den exotischen Schädling, ebenso in Neubiberg. Die Stadtgrenzen nach München hat das gefräßige Insekt sicher längst überschritten, nachgewiesen wurde der ALB im Hoheitsgebiet der bayerischen Landeshauptstadt erstmals im Mai 2015. Im Riemer Wäldchen entdeckten damals Baumkletterer Ein- und Ausbohrlöcher des Käfers, der im Holz von Laubbäumen seine Kinderstube einrichtet. Längst lag dieser Bereich schon in der Quarantänezone, welche die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wegen des Befalls in Feldkirchen, Salmdorf und Ottendichl ausgewiesen hatte. Regelmäßig sind seitdem Baumkletterer und Spürhunde in den Quarantänezonen auf Suche nach ALB-Spuren unterwegs. Inzwischen reicht der Quarantänebereich von Feldkirchen und Haar bis zum Willy-Brandt-Platz im Westen und Von-Erckert-Platz im Süden, der von Neubiberg bis weit nach Waldperlach und knapp nach Waldtrudering hinein. Im 2000-Meter-Radius um jeden Befall weist das LfL diese Pufferzone aus, die inzwischen mehrfach erweitert wurde. Auch jetzt wird die Quarantänezone nach Westen vergrößert und rückt immer näher an Kirchtrudering heran.

Notwendig ist dies alles laut LfL, weil „vom dichten Auftreten des ALB im Münchner Osten ein erhöhtes Verbreitungsrisiko ausgeht“. Die Fällungen um die neuen Fundstellen werden ab Anfang Juli erfolgen, eine Information über die Maßnahmen im Riemer Wäldchen findet am 16. Juni um 19 Uhr auf dem Landebahnrest östlich des De-Gaspari-Bogens statt. Gabriele Mühlthaler

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