Viertes Opfer weiter im Koma

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Wasserburger Landstraße

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Die Anteilnahme der Truderinger nach dem schrecklichen Unfall in der vorvergangenen Woche war riesig. Noch immer erinnern Blumen an der Unfallstelle an das Unglück.

Nach dem grauenvollen Unfall auf der Wasserburger Landstraße, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren und eine weitere Frau schwerst verletzt wurde, ringen die Angehörigen weiter um Antworten. „Warum ist das passiert“, fragen sie. Und danken gleichzeitig allen beteiligten Helfern und Rettungskräften für ihren Einsatz.

Der 16. September hätte für Katharina R. ein schöner Tag werden sollen. Am Abend wollte sie mit Freunden und Familie in einem Haarer Gasthaus ihren Geburtstag feiern. Doch es sollte nicht sein. „Vier kamen nicht“, erinnert sich R.

Der Ehemann von Katharina R., Fred, hat bei dem Unfall auf der Wasserburger Landstraße seine Schwester, deren Freund und seinen Bruder verloren. Seine Mutter liegt, schwerst verletzt, im künstlichen Koma im Klinikum Rechts der Isar. Laut den Ärzten ist seine Mutter außer Lebensgefahr. „Doch wie wird sie aufwachen?“, fragen sich die R.s. Wird die 68-Jährige, ganz abgesehen von den seelischen Verwundungen, körperlich je wieder gesund werden?

Die Familie steht nach wie vor unter Schock. In dieser Woche werden die Toten nach Frankreich überführt. Dennoch ist es Katharina und Fred R. ein Anliegen, danke zu sagen. Und zwar „allen Helfern, die sich an dem Abend darum bemüht haben, den Opfern dieses schrecklichen Verkehrsunfalls zu helfen. Ihnen ist es zu verdanken, dass unsere Mutter noch lebt und im Krankenhaus behandelt werden kann.“ Ihre Kinder Julien und Anne-Sophie sowie deren Freund Baptiste hätten aber „trotz der überwältigenden Rettungsversuche den Unfall nicht überlebt“.

Doch auch die Polizei und das französische Konsulat in München hätten einen „super Job“ gemacht, berichten die R.s. In Wiesn-Zeiten, wo es traditionell schwer ist, in München bezahlbare Hotels zu finden, hätten sich die Behörden unbürokratisch um die Unterbringung der aus Frankreich angereisten Angehörigen gekümmert.

Doch über all der Trauer steht auch die juristische Aufarbeitung des Falls. „Warum? Wie konnte das passieren“, fragen die Angehörigen. Die Polizei arbeitet daher unter Hochdruck: Ein umfassendes unfall- analytisches Gutachten – bei dem die Unfallstelle sogar mittels einer Drohne vermessen wurde – soll Aufschlüsse über die Geschwindigkeit des Unfallverursachers oder mögliche technische Defekte an den Autos liefern. Bis Ergebnisse vorliegen, so erklärt allerdings ein Sprecher, „kann es noch Monate dauern.“

zip

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