Beschimpft und bedroht

Nach Berichten in Spiegel und Bild

Während der Reise in den Oman ahnte Wolfgang Stefinger noch nicht, welchen Ärger diese ihm später machen würde.
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Während der Reise in den Oman ahnte Wolfgang Stefinger noch nicht, welchen Ärger diese ihm später machen würde.

Eine Dienstreise in den Oman aus dem Jahr 2018 sorgt für Ärger beim Bundestagsabgeordneten Wolfgang Stefinger. Die Vorwürfe nennt er „lächerlich“. Die Folgen sind es nicht.

München – Öffentliche Aufmerksamkeit ist so etwas wie die Währung unter Politikern. Doch auf diese Art von Schlagzeilen hätte Wolfgang Stefinger (CSU) gerne verzichtet. Unter dem Titel „Per Businessclass in den Oman auf Kosten des Sultans“ berichtete der Spiegel über eine Dienstreise des Abgeordneten aus dem Münchner Osten. Kurze Zeit später sprang auch die Bild auf den Zug mit auf. Der Vorwurf: Stefinger (und seine Kollegen Christoph Ploß und Ronja Kemmer/beide CDU) hätten die Reise nicht vom Bundestag bezahlen lassen, sondern von ihren Gastgebern. Laut Spiegel soll „der spendierte Oman-Trip nur durch eine ‚versehentliche und inzwischen gelöschte Angabe‘ der Reisekosten auf der Website des Bundestages aufgeflogen“ sein.

„Das ist so lächerlich!“, reagiert Stefinger selbst auf die Vorwürfe. „Aufgeflogen“ ist seiner Meinung nach überhaupt nichts. Alles, was in den Artikeln beschrieben wird, ist schlicht und einfach gängige Praxis. „Die Bundesregierung lädt im Jahr rund 20 Delegationen ein – und umgekehrt ist das genauso. Ich hatte 2019 fünf Auslandsreisen und habe andererseits fünf verschiedene Delegationen in Berlin empfangen. Ich sitze im Ausschuss für Entwicklungspolitik – ohne Reisen und persönliche Kontakte kann ich mir diese Arbeit nicht vorstellen.“

Tatsächlich liegt der Schluss nahe, dass im Zuge der Berichterstattung über den Lobbyismus-Fall um Philipp Amthor nun die nächsten jungen Abgeordneten ins Visier genommen werden sollten. Die Folgen davon sind beträchtlich, weiß Stefinger zu berichten: „Es gibt anonyme Anrufe, Beleidigungen und auch Bedrohungen. ‚Korruptes Schwein‘ gehört da noch zu den netteren Formulierungen.“ Mit Urlaub hatte die dreitägige, knapp 5500 Euro teure Reise übrigens nichts zu tun. „Das Programm ist bei solchen Trips immer vollgepackt. Um Erholung geht es uns dabei sicher nicht“, sagt Stefinger.

Marco Heinrich

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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